Opt. Bildschirmauflösung: 1280 x 1024 / © by g.gruse / 2002-2010

HERBÄRDS “Eu ! Se Bois!” / CD / 16 Tracks / 3 Bonustracks
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G. Gruse: Neuauflage des legendären Oi!-Album “Eu ! Se Boys” der Stuttgarter Skinheadband HERBÄRDS, das Anno 1982 bei Mülleimer-Records rausgekommen ist. Bei diesem “historischen” Glatzenalbum, eines der ersten das in Deutschland veröffentlicht wurde, spürt man noch heute das Glatzenfeeling der frühen Achtziger Jahre. Als noch nicht auf Plattenverträge geschielt, sondern ohne Kompromisse munter drauflos getrommelt, gezupft und gegröhlt worden ist. Kurz gesagt, “Eu ! Se Boys” ist nichts für die empfindsamen Öhrchen fanatischer HiFi-Puristen oder Digifreak, sondern ist OI!-Musik der “ersten Stunde”. Dreckig, ehrlich und ungekünstelt! Textlich bewegte man sich auf dem bodenständigen Niveau der damaligen Jahre. Also ein bischen Gesellschaftskritik, aber sehr viel Bier, Fussball und Fun. Zusätzlich zu den sechszehn “historischen” Tracks bietet die Neuauflage dieser Scheibe noch drei neuere Bonustracks.

HERBÄRDS “Wir sind zurück” / CD / 14 Tracks
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G. Gruse: Nach ihrer Bandauflösung (ca. 1987), und einer fast vierzehnjährigen Sendepause, meldeten sich die HERBÄRDS vor sieben Jahren mit einem neuen Album in der Öffentlichkeit zurück! Es hiess “Wir sind zurück”. Und es enthielt viel heisse Luft. War jedenfalls mein erster und ist auch mein letzter Eindruck. Auf mich wirken die meisten Stücke dieses Albums ziemlich deutschrockbelastet, und musikalisch kommt man ehr flau und lahm als wild und laut zur Sache. Nach diesem Reunionsalbum hätte man den HERBÄRDS vielleicht sagen sollen: “Ach, Freunde, wärdt ihr doch besser weggeblieben.” Nebenbei gesagt, nach diesem Album wurde es wieder still um diese Band. Und das ist gut so. Rests in peace!

BABELSBERG PÖBELZ “Meine Hand für mein Produkt” / LP/CD / 2001 / 14 Tracks + 6 Zugaben
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www.poebelz.de/band.html

G. Gruse: Ich würd’ mir für diese CD nicht unbedingt die Hand absägen, wie der smarte blaubekittelte junge Mann auf dem Cover, und schon gar nicht die rechte, aber um sie mir zu kaufen - die CD, und nicht jene abgesägte Hand - würde ich schon gern ein paar Meilen weit laufen. Brauche ich aber nicht, da ich sie dieser Tage von TENNAGE REBELS RECORDS ins Haus geschickt bekam. Ich könnt’ ja jetzt sagen, leider sechs Jahre zu spät, um auf dieser Seite noch berücksichtigt zu werden, aber lieber sechs Jahre zu spät als nie! Diese CD ist es nämlich wert besprochen zu werden - auch heute noch. Is’ es nun Punkrock oder is’ es gar Oi!-Punk? Scheisst auf jede Etikettierung und jeden intellektuellen Anspruch! Harald Junke, Bier und gute Laune rules! Auf dieser CD wird einfach nur geile und flotte Mucke gemacht. Und das mit einer gehörigen Portion Spielwitz, Fantasie und Selbstironie: “Ein bischen älter, ein bischen reifer und das Glied war auch schon steifer.” Na ja, das könnt’ doch direkt von mir stammen - oder? Seufz! Nebenbei gesagt: Manchmal erinnert die geile Stimme des Sängers an den jungen und unverbrauchten Campino, wie z. B. in dem Song “Kein Licht”; wärend Musik- und Gesangsstyle von “Our love” an die langsameren Frühwerke der SEVEN SECONDS erinnern. Wie dem auch sei, ich mag dieses Album. Und nicht nur wegen der geilen “heiligen Johanna”!

NO REDEEMING SOCIAL VALUE “Still drinking!” - CD / 2007 / 13 Tracks / 4 Bonus Tracks / 3 Bonus Videos / Digipac mit Booklet
by
Street Justice Records
P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

G. Gruse: Anscheinend dreht sich bei der NY/HC-Band NRSV alles um so elementare Dinge wie Titten, Party und Pussis - und nicht um Bush oder den Irakkrieg. Was natürlich nicht als Vorwurf an die speedige Ami-Band gedacht ist, sondern als durchaus positives Element angemerkt werden sollte. Nicht anders verhält es sich mit ihrem neuen Album “Still drinking!”. Dreizehn wahnwitzige HC-Tracks, die euch mit ihren röhrenden Vocals, brachialen Shouts, rasant treibenden Drums und ihrer derben Kneipenlyrik den Alltagsstress wegblasen! Überspitzt gesagt: Ein gnadenloses Hörerlebniss der ganz besonderen Art. Dazu gibt es noch vier Bonustracks, von denen ich drei für überflüssig halte, mich jedoch am vierten einfach nicht satt hören kann: Dem mitreissenden “Skinhead rule”! Und dann sollte die CD noch drei Bonusvideos enthalten. Das tut sie auch. Nur kann sie mein CD/DVD-Player nicht lesen. Obwohl er doch für alle gängigen Videoformate ausgelegt ist. Ebenso die beiden Computer. Aber auch dort nur Fehlanzeige.

TOWER BLOCKS “Having a laugh & having a say” / 16 Tracks / 2007 / Digipac
by
www.sunnybastards.de

G. Gruse: Mal wieder eine CD, die schon vor Monaten auf meinem Schreibtisch gelandet ist, aber in meinem Chaos beinahe untergegangen wäre. Die Berliner Streetpunker TOWER BLOCKS päsentierten mit “Having a laugh & having a say” ihr nunmehr drittes Album, das recht flott daherkommt, da blinzelt manchmal sogar ein wenig Sympathie für die frühen BONECRUSHER durch. Aber durch die ausschliesslich englischen Texte wirkt das Album auch sehr gefällig, und wenig authentisch. Oder kennt jemand ne amerikanische, französische oder britische Band, die mal ein deutschsprachiges Album rausgebracht hat? Nee! Aber es gibt dutzende deutscher Bands, deren Alben nur aus englischsprachigen Songs bestehen. Warum? Weil so die Lyrik besser rüberkommt? Weil sich das, was man in seinen Texten sagen möchte, nicht mit der deutschen Sprache (immerhin die Sprache von Goethe, Schiller und Heinrich Heine) ausdrücken lässt? Auch wenn es dabei nur um Saufen, Fussball oder alternde Punkbands geht? Oder hat das etwa wirtschaftliche Gründe? Deutschsprachige Alben lassen sich nämlich in den USA, Frankreich oder GB schlecht verkaufen, ausser man heisst RAMSTEIN oder TOKIO HOTEL. Back to the cultural roots!

ARTLESS “Tanzparty Deutschland” - Punkhistorische Aufnahmen von 1980 (Demo) und 1981 (live) / CD / 2007 / 25 Tracks
by
www.teenagerebel.de

G. Gruse: “Dat is nix für verwöhnte Ohren, aber, ey Alta, dat is Punkrock”, habe ich mal in den frühen Achtziger Jahren über die rheinische Punkband ARTLESS geschrieben. Heute würde ich mich ein wenig anders ausdrücken, aber das selbe meinen! Für mich unvergessen eines ihrer letzten Konzerte vor ungefähr 50 mehr oder weniger angesoffenen Punks in einer kleinen Kellerkneipe in der Düsseldorfer Altstadt. Pogo und Bier bis zum Abkotzen! Damals lebte ich noch in Düsseldorf und hatte mir in J. Krauses winzigen Plattenladen (allen Düsseldorfer Szenekennern noch wohlbekannt) die erste “Tonveröffentlichung” von ARTLESS gekauft. Es war eine billige C60-Kassette mit dem Namen “Tanzparty Deutschland” und kostete damals 2,50 DM. Obwohl der Sound ziemlich mies war, hütete ich dieses Tape wie einen Schatz. Bis es irgendwann als Bandsalat in meinem Tapedeck verreckt ist. ARTLESS - das war nämlich Punkrock pur! Laut, dreckig, derbe, aber mit Verstand, und ohne die damals in der Szene aufkommenden Endzeit-Attitüden a’la “Deutschland muss sterben”. Dankenswerterweise hat sich nun das Düsseldorfer Label TEENAGE REBEL an diese geile Ruhrpott-Band erinnert, das Tape neu gemastert und dieser Tage als CD rausgebracht. Zusätzlich zu den Aufnahmen von 1980 gibt es als Bonus noch 13 Livesongs von einem Konzert in Essen (am 04.07.1981). Legendäre ARTLESS-Hits wie “Mein Bruder is’en Popper”, “Unrasiert und ungekämmt” oder “Donnerwetter” feiern auf der "Tanzparty Deutschland"-CD ihr längst verdientes Comeback.

THE BONES “Burnout Boulevard” / LP/CD / 2007
by Century Media/EMI

G. Gruse: Die furiosen Punk-Rock'n'Roller THE BONES aus dem schwedischen Karlskrona haben sich drei Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung (“Screwed, Blued and Tattooed”) mit dem inzwischen schon vierten Album bei ihren zahlreichen Fans zurückgemeldet. Wenn irgendwelche Poser nach dem rasanten “Screwed, Blued and Tattooed”-Album der Meinung waren, dass die BONES mit dieser Veröffentlichung ihr musikalisches Potential endgültig erschöpft hätten, der hat sich getäuscht. Das aktuelle Album “Burnout Boulevard” bringt den schlagenden Beweis, dass die BONES noch längst nicht ausgebrannt sind. Im Gegenteil! Die Freunde schweisstreibender Rock'n'Roll-Riffs und rasanter Ohrwurm-Melodien, bei denen nicht nur ein wenig GLUCIFER, sondern auch ne kräftige Prise SOCIAL DISTORTION die Boxen zum Dröhnen bringt, werden mit diesem fetzenden Highspeed-Album voll auf ihre Kosten kommen.

OHL/SKEPTIX “The kids are still united” / Splitt-CD / 2007 / 20 Tracks
by
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G. Gruse: Wohl keine deutsche Punkband ist bis heute politisch so umstritten, wie die Leverkusener Punkband OHL (Oberste Heeresleitung). Seit den frühen Achtziger Jahren polarisiert OHL die Punk-Szene. Für die einen waren die Texte diese Band "militaristisch, fremdenfeindlich und rechtsradikal", und sie verwiesen dabei auf Songs wie “Krieg” oder “Der unbekannte Soldat”, für die anderen war OHL fast schon eine Kultband, die durch Songs wie “Keinen Führer, keinen Gott” über jeden rechtsradikalen Verdacht erhaben war. Beide Seiten hatten ihre Argumente. Ob sie immer stichhaltig, fair und objektiv waren, mögen andere entscheiden. Aber dass die Band durch ungeschickte Interviews (wie mit dem Skinhead-Fanzine CLOCKWORK ORANGE) oder missverständliches Verhalten (Kiefernstrassenkonzert) viel dazu beigetragen hat, dass bei vielen Punks der Eindruck entstehen musste, dass es sich bei OHL um eine “rechte” Band handeln würde, liegt ausserhalb jeder Diskussion. Hinzu kam noch die starke Präsenz bei ROCK-O-RAMA. Zur aktuellen Splitt-CD: Nicht zu Unrecht erinnert diese Veröffentlichung an die legendäre Splitt-EP “The Kids are united” (4 Tracks), die 1983 in einer limitierten Auflagenhöhe von 500 Exemplare bei ROCK-O-RAMA rausgekommen ist, und seither ein gesuchtes Sammlerobjekt ist. Die aktuelle CD ist praktisch eine Neuauflage der “historischen” EP, die aber um 16 Bonustracks erweitert wurde. Wobei für mich der eindeutige Favorit die britische Punkband SKEPTIX ist. Diese Band besticht noch heute durch den ungekünstelten und melodischen Punkrock, der in den frühen Achtziger Jahren besonders Punkbands aus UK ausgezeichnet hat. OHL ist mir zu düster, zu negativ. Ich habe grosse intellektuelle Schwierigkeiten mit dieser Band. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass es sich bei OHL um grossartige Musiker handelt, die im Verlaufe ihrer Band-Biografie Punkgeschichte geschrieben haben.

SINGSTAR Vol. 3 - “Die Toten Hosen”
(SONNY/Playstation 2)

G. Gruse: Ich fass’ es nicht! Jetzt lassen sich die TOTEN HOSEN schon als Konsolenspiel verramschen. Wer hätte das gedacht! Ausgerechnet die Band, der ich mal vor 24 Jahren sechs A4-Seiten meines Punkzine FALSCHMELDER gewidmet hatte. Ihr dürft mir glauben, wer sich in den vergangenen 24 Jahren immer noch nicht an den HOSEN totgehört hat, der schafft es garantiert mit diesem Konsolenspiel. 24 Songs zum Mitgröhlen! Karaoke für den Partykeller und das Schrebergartenfest. Man kann dieses Spiel aber auch zum Anlass nehmen, um sich endlich vom Mythos TOTE HOSEN zu verabschieden. Wer diese Band heute noch als Punkband abfeiert, der ist wohl in den Achtziger Jahren hängengeblieben - oder leicht bescheuert. Anders könnte ich mir das nicht erklären. Die HOSEN unter Frontmann Campino sind längst keine Punkband mehr, sondern nur noch ein Produkt ihrer eigenen Vergangenheit, die unter dem Label “Punk” verkauft wird. Aber mit zunehmenden Alter wohl immer schlechter. Schliesslich nähern sich die Band und die Fans der ersten Stunde langsam der Frührente, wärend der Nachwuchs ehr auf smarte HipHoper und türkischstämmige Rapper, als auf Campinos versoffenes Bierzelt-Gegröhle abfährt. Und ab einem gewissen Alter wirken einige der HOSEN-Texte nur noch oberpeinlich. Nein, Feunde, lasst es mich mal so sagen: Wo sich andere Bands im Verlaufe ihrer Biografie musikalisch weiterentwickelt haben, sind die TOTEN HOSEN stehen geblieben, an einer Theke in der Düsseldorfer Altstadt, zwischen “Bommerlunder” und “Zehn kleine Jägermeister”.

STOLZ & STIL #20 / September 2007
Das Skinzine für “Lebensart, Rebellion und Musik” / 76 S. / A5 / 2,22 EU
c/o STOLZ & STIL / PF 1143 / 99601 Sömmerda
mail:
stolzstil@web.de / homepage: http://www.stolz-stil.2xt.de/

G. Gruse: Sömmerda in Thüringen feiert einen runden Rekord: Die zwanzigste (20!) Ausgabe vom STOLZ & STIL ist rausgekommen. Congratulation, Jungs! Verdammt saubere Arbeit, die Ihr da in schöner Regelmässigkeit bei euren Lesern abliefert. Jedes der Hefte vollgepackt mit Infos, Interviews, Klatsch & Tratsch, Hintergründe, Storys, Fotos, Reviews aus der Glatzen- und Streetpunk-Szene. Und das alles, ohne irgendwelche roten oder braunen Ärsche zu küssen. Eines der Highlight in der aktuellen Ausgabe ist das ausführliche Interview mit den Jungs von SUPERJOB. Also diese britische Glatzenband ist immer ein Interview wert. Da kommen keine leeren Spruchblasen als Antworten rüber, sondern fundierte Informationen. Nicht weniger interessant ist das Interview mit der tschechischen Glatzencombo DISDAINFUL. Es ist mir fast schon peinlich zu erwähnen, dass es auch ein Kurzinterview mit dem Verfasser dieser Zeilen gibt. Na ja! Gelungene Skinhead-Unterhaltung (incl. handfester Action) bietet auch der “Reisebericht” der BIERROIBER-Crew zu einem Open-Air-Festival in Torgau. Saufen, Musik, und Action, auch wenn’s dabei fast auf’s Auge gab. Aber so ist das Leben! Spass hat’s den BIERROIBERN trotzdem gemacht - und nur das zählt! Das sind die Storys, die ich liebe, mitten aus dem Leben gegriffen. Und so macht es auch immer wieder Spass, das STOLZ & STIL-Fanzine zu lesen. Auf die nächsten zwanzig Ausgaben dieses smarten Sinhead-Magazins!

PARANOIA “Here we are for everyone who needs a kultband” / CD / 26 Tracks
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captain-spoon@web.de

G. Gruse: Eine CD mit 26 Tracks der legendären Dresdner Punkband PARANOIA, die im Dezember 1984 in einem illegalen “Studio” in der DDR aufgenommen worden sind, das besitzt fast schon historischen Charakter. Aufgenommen in einer Zeit, in der Punkbands wie PARANOIA in der DDR wie Staatsfeinde behandelt und verfolgt worden sind. Ein Stück deutsch/deutscher Punkgeschichte ist diese CD allemal! Besonders authentisch durch den Originalsound von 1984. Daher enthalte ich mich jeder klugscheisserischen Wessi-Nörgelei über die miese Aufnahmequalität, und zitiere statt dessen aus dem achtseitigen Booklet zur CD: ”HiFi-Freaks seien gewarnt - die Klangqualität ist grauenhaft. Ein geprügeltes Schlagzeug und ein Bass, der sich anhört wie mit Schlüpfergummi bespannt, rebellieren gegen eine extrem verzerrte Gitarre und martialischen Gesang - meist ohne Chance. Wer aber eine quicklebendige Subkultur sucht, wählt richtig. Interessant sind die russischen Anleihen bei Stücken wie ‘Rabota’ oder ‘Ras Dwa Tri’. Hier liegen die Wurzeln für den Balalaika-Punk späterer Bands wie APPARATSCHIK”.

“Teenage Rebel...der Sampler - Vol. 4” / 24 Bands / 31 Tracks / CD-Sampler / 2007 / 36seitiges Booklet
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G. Gruse: Das einzige was mir an dem neuen “Teenage Rebel”-Sampler (Vol.4) nicht gefällt, das sind die grauenhaften KASSIERER. Okay, für viele Leute ist diese Band ja inzwischen so was wie Kult, aber für mich ist das Punk auf Fäkalienniveau. Die Musik ist einfach nur Scheisse und die Texte haben eine Bandbreite von primitiv bis ekelhaft. Nee, ich kann sie nicht ab! Ansonsten beinhaltet Vol. 4 des TENNAGE REBELS-Samplers eine gelungene Mischung von mehr oder weniger bekannten (überwiegend deutschen) Punk- und Oi!-Bands der vergangenen 25 Jahre. Wie zum Beispiel ZZZ HACKER aus Bielefeld, die 1983 auf meiner Geburtstagsfete auf der Düsseldorfer “Kiefernstrasse” für 50 DM Spritgeld zum munteren Pogo aufgespielt haben. Oder die HERBÄRDS, die sich zwar zur Jahrtausendwende mit einer neuen Platte (“Wir sind zurück!”) zurückgemeldet hatten, aber seither nicht viel von sich haben hören lassen. Schade! Ausserdem DIE SCHWARZE SCHAFE, LOKALMATADORE, BROILERS, DIE PROFIS, ATTILA THE STOCKBROKER’S BARNSTORMER, HAMMERHEAD, RAZZIA, PUNK LUREX O.K., DIE KASSIERER, ZZZ HACKER, LOKALMATADORE, BRIGADE S, RUHRPOTTKANAKEN, HERBÄRDS, EISENPIMMEL, SUPABOND, PUBLIC TOYS, ARTLESS, B.TRUG, OHL, SKEPTIX, BABELSBERG PÖBELZ, KLAMYDIA, DER FLUCH und TV SMITH.

“Im Schatten der Großstadt - Punk in Dresden 1982-1989” / CD-Sampler / neun DDR-Bands / 26 Tracks
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captain-spoon@web.de

G. Gruse: Ungeachtet der zeit- und systembedingten Schwächen bei der Tonqualität dieser Aufnahmen, bietet “Im Schatten der Großstadt” einen interessanten und authentischen Einblick in die Dresdner Punkband-Szene der Jahre 1982-1989. Obwohl vom MfS der DDR (“Ministerium für Staatssicherheit”) als “Staatsfeinde” oder “feindlich negative Elemente” verfolgt und bespitzelt, zogen die Dresdner Punks ihr Ding durch. Es bildete sich eine besonders aktive Punkszene, die Bands wie GEGENSCHLAG (“Good by anarchy”), ROTZJUNGEN (“Nachts herrscht die Einsamkeit”), PARANOIA (“Echt zum Kotzen”), GARAGENTRIO (“Pretty”), HORTEL (“A-Hoo A-Hoo”), SUIZID (“Halt dein Maul”), LETZTE DIAGNOSE (“Agnes Kraus”), KALTFRONT (“Scheissegal”) oder FRÖHLICHER GRIESSBREI (“Antichrist” - live) hervorbrachte. Einige dieser “staatsgefährdenden” Bands existierten nur wenige Monate, andere, wie PARANOIA, wurden zur Legende. Sie alle haben mit ihrer illegalen Musik und verbotenen Songs ein Zeichen gesetzt, gegen die normierte Unfreiheit in Schule, Beruf und Freizeit, und gegen den blinden Gehorsam der “werktätigen Masse” gegenüber Staat und Partei. Sie wollten nicht so sein wie ihre Eltern waren. Und darin unterschieden sie sich nicht von ihren “Artgenossen” im westlichen Teil Deutschlands. Ein wertvolles Zeitdokument deutscher Punk-History. Kann man nur weiterempfehlen!
Aus dem CD-Covertext: “ Leider existiert nur noch wenig Material und das meist in schlechter Klangqualität. In dieser Zeit war es Undergroundbands in der DDR nahezu unmöglich, ihre Musik in Studioqualität aufzunehmen. So gibt es nur Proberaum- oder Live-Aufnahmen, die mit einfachsten Mitteln hergestellt wurden. Ohne Rücksicht auf mangelhafte technische Bedingungen oder musikalische Perfektion, liessen die Bands ihrer Spielfreude und Spielwut freien Lauf - provokativ, rebellisch und unbekümmert.”

“Renitenz in Elbflorenz” - Punk in Dresden 1980-89” / Das Heft zur Dresdner Ausstellung / A5-Format / in Farbe / viele Fotos / 40 Seiten
by
captain-spoon@web.de

G. Gruse: Die 40seitige im Fanzinestyle layoutete Broschüre “Renitenz in Elbflorenz” ist eine gut gelungene Ergänzung zum unten besprochenen Buch und Ausstellungskatalog “Punk in der DDR”. Es ist eine wichtige Ergänzung, da nach Aufassung der Macher dieses Heftes der Text des Ausstellungskataloges über die Dresdner Punkszene (“Barock und Punkrock”) “total an den Haaren herbeigezogen ist und nichts über Punk in Dresden aussagt.” Auch ich empfand diesen Text als intellektuell ziemlich abgehoben und schwer verdaulich, zumal ich mich öfters mal fragen musste, “Und was hat dieser Krampf mit Punk in Dresden zu tun?” Eine Antwort gibt dieses fantastisch gestaltete und reich bebilderte Heft. Beginnend mit der ausführlichen “Biografie” eines ehemaligen DDR-Punks (“Sonic Jörg”), einem ausführlichen Interview mit Ex-Mitgliedern der damaligen Dresdner Punkband PARANOIA, und einem Bericht über “Punk und Kirche in Dresden”. Ausserdem einige Einblicke in die tiefste DDR-Provinz: “Anarchy in Meissen, Gröditz, Elsterwerda u.a.” Dazu kommen noch einige Stasi-Dokumente, die viel aussagen, über die verspiesserte Blödheit und das intellektuelle Niveau des ganzen DDR-Systems. Nicht zu vergessen, die vielen Fotos von DDR-Punks, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden. Das ist deutsch/deutsche Zeitgeschichte. Hautnah und authentisch.

VINDICATOR “one ans one...” / CD/LP / 16 Tracks + Video / 2007
by
Street Justice Records
P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

G. Gruse: Wouuuh, das ist ja ganz schön heavy, was die fünf Hamburger Hardcore-Recken auf ihrem neuen Album abgeliefert haben. Seit zehn Jahren treibt diese Band nun schon ihr “Unwesen”. 10 Jahre VINDICATOR, das ist ein Jahrzehnt hardcore brutal made in germany! Mir persönlich ist das Album zu heftig, zu derbe. Einige Tracks drivten mir zu sehr in Richtung Metal ab. Aber die Freunde wahnwitziger Shouts, mörderischer Drives und brachialer Riffs werden mit dieser CD voll auf ihre Kosten kommen. Da bin ich mir sicher.

ENDSTUFE / LAST RIOT “Wir sind keine Engel” / Splitt-CD / 12 Tracks
by Dim Records, Postfach 11, D-96237 Ebersdorf

G. Gruse: Nööö, Engel sind die Jungs von ENDSTUFE sicherlich nicht, sie haben nämlich keine Flügel, dafür sind sie aber smarte old-school-skins, die auf ihre “alten Tage” immer noch ihren musikalischen way of life ausleben! Was sie mit den sechs neuen Songs auf dieser Splitt-CD mal wieder in aller Deutlichkeit und mit altbekannter musikalischer Klasse und Qualität bewiesen haben. Der fantastische ENDSTUFE-Sound (oft kopiert aber nie erreicht), fetzt heute noch genau so rasant und rockig daher wie damals in den Achtziger Jahren. Und wenn dabei noch so flotte chorusbetonte Skinhead-Songs wie “Ohne Kompromisse”, “Engel” (Siehe oben), “Skinhead pur” oder die geniale englischsprachige Skinheadhymne “The streets are ours” rauskommen, dann ist man als alter ENDSTUFE-Fan nur noch restlos begeistert. Das ist ENDSTUFE, so wie ich diese Band kenne und liebe.

Neben einer Kultband wie ENDSTUFE kann es eine Band wie LAST RIOT nur schwer haben. Das ist das teuflische an so einer Splitt-CD. Meist bleibt dabei eine der beiden Bands auf der Strecke, obwohl sie es gar nicht verdient hätte. Aber neben ENDSTUFE konnten die Bootboys von LAST RIOT nur verlieren. Trotz so geiler Songs wie “Die Toleranz” oder “Clockwork Skinhead”. Schade!

“Punk in der DDR - too much future” - Das Buch zur Ausstellung / deutsch/englisch / Herausg. von M. Boelke u. Henryk Gericke / Erweiterte Neuauflage vom Juli 2007 / 224 Seiten 16,80 Euro + 2,50 Euro für Porto und Verpackung
Contact: SUBstitute, Göhrenerstr. 01, 10437 Berlin, GERMANY

G. Gruse: Dieses umfangreiche Buch zur gleichnamigen Dresdner Ausstellung bietet interessante und wenig bekannte Einblicke in eine Jugendszene, die lange von Mauer und Stasi unter “Verschluss” gehalten worden ist. Persönliche Biografien, Dokumente und viele unbekannte Fotos von DDR-Punks und Bands zeichnen das Bild einer Szene, die damals für uns “Westpunks” ein “weisser Fleck” auf der Landkarte DDR war. Wärend gegenüber dem “kapitalistischen Ausland” lange so getan wurde, als könne es im “real existierenden Sozialismus” das Phänomen “Punk” gar nicht geben (“der krankhaften Fantasie westlicher Journalisten entsprungen”), wurden viele DDR-Punks von Polizei und Stasi als “Asoziale” oder “feindlich negative Elemente” verfolgt, kriminalisiert, und eingeknastet. Eine aus dem “Westen importierte” Jugendkultur, deren bunte Haare und Nieten an der zerfetzen Kunstlederjacke im krassen Gegensatz zum staatlich verordneten Blauhemd der FDJ standen, passte nicht in das spiessig engstirnige Weltbild der Honneker-Kommunisten. Trotz dieser Widerstände gelang es vielen DDR-Punks sich ihre eigenen Freiräume zu schaffen. Sie gründeten Bands und veranstalteten Konzerte, obwohl sie ständig in Gefahr liefen, wegen “illegaler Zusammenrottung” oder “antisozialistischer Propaganda” verhaftet zu werden. Punk in der DDR, das war für viele der DDR-Punks nicht nur ein persönlicher way of life, sondern auch Protest und Rebellion gegen die bis in alle Lebensbereiche vordringende Bevormundung durch Staat und Partei. Mit ihrem Outfit und ihrer Musik haben sie diesen Protest auf die Strassen der DDR getragen. Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, ob es nicht die DDR-Punks waren, die mit ihrem Widerstand gegen das kommunistische Zwangssystem den ersten Stein aus der Mauer gebrochen haben.

UNION JACK - Skinhead Fanzine # 5 / A5-Format / 60 Seiten / 1,50 EU
Contact: Union Jack Skinzine, Postfach 2159, 29403 Salzwedel, GERMANY

G. Gruse: Wenn man ein Printzine wie das UNION JACK in Händen hält, dann wird einem sehr schnell klar, dass die Webzines das klassische Printzine niemals ersetzen können. Ich sitz’ doch lieber im gemütlichen Sessel und blätter mich durch die 60 Seiten des UNION JACK, als stundenlang auf meinen Bildschirm zu starren. Ausserdem haben diese Fanzines einen Vorteil, man kann sie auch in der Badewanne oder auf dem Topf lesen, aber versucht das mal mit dem Computer oder Laptop! Kurz und knapp: Für das UNION JACK lohnt es sich, mal ‘ne Stunde abzuschalten, und sich nur dem Inhalt des Heftes zu widmen. Schliesslich bietet es den Lesern ‘ne ganze Menge an intelligenter Unterhaltung und Information! Ob es nun das Interview mit der englischen Skinhead-Band GLORY BOYS ist, oder mit UNANTASTBAR, einer OI-Band aus Südtrol, man wird umfassend informiert, und nicht totgequatscht. Guter Schreibstil, übersichtliches, aber nicht langweiliges Layout, gekrönt von vielen Grafiken und saugeilen Fotos. Besonders empfehlenswert: “Big Brother is watching you”. Interessante Gedanken zum Überwachungs- und Schnüffelstaat. Man wünscht sich, dass dieses Thema öfters mal in Fanzines auftaucht. Ausserdem im Heft: Ausführliche Platten/CD-Besprechungen; Konzertbericht über GERBENOK und NORDWAND in Berlin (14.04.); HART ABER GERECHT, OI! Punk aus Franken; “Back to the boots-Fest in Bad Frankenhausen; CRUCIAL CHANGE, OI!-Band aus Seattle - und vieles mehr.

DER ZWERGPIRAT # 9 / Fanzine / 80 Seiten / A5-Format / 2,00 EU
Contact:
C. Hantel, Augsburger Str. 18, 85290 Geisenfeld, GERMANY

G. Gruse: Sehr umfangreiches Fanzine aus der Welt des OI!, Streetrock und Hardcore - und anderer interessanter Themen. Einer der Highlights im Heft ist der Reisebericht “London is calling”. Keine Frage, wenn drei smarte Glatzköpfe aus good old germany die britische Hauptstadt London besuchen, dann gibt es hinterher ‘ne ganze Menge zu erzählen. Ein weiteres Highlight im ZWERGPIRAT ist ein BRAVO-Artikel aus dem Jahre 1977. Ich fasse es nicht, SKREWDRIVER und der gute alte Ian Stuart als Punks in der BRAVO: “Sie nennen sich SCREWDRIVER (Schraubenzieher). Und wer diese irre neue Punk-Band aus England in Aktion sieht, fragt sich: Schraube locker?” Herrlich! Und natürlich bietet der ZWERGPIRAT seinen Lesern eine Piratenstory, ob das in jeder Ausgabe der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, da dies der erste ZWERGPIRAT ist, der in meinem Briefkasten vor Anker ging. Die Story berichtet aus dem Leben des englischen Seeräubers Henry “Long Ben” Avery, der im 16. Jahrhundert die Weltmeere unsicher machte. Wem das alles schon zu lange her ist, der findet Trost in einem furiosen Bericht über eine mehrtägige Reise zum dreitägigen “Wasted Festival 2006” in Blackpool/GB. Sechs Leute aus der ostdeutschen “Provinz” (hoffendlich kommt jetzt keiner der sechs Herrschaften aus ‘ner Grossstadt) erleben “30 years of punkrock”- und das live. Ausserdem bietet der ZWERGPIRAT jede Menge Reviews und Konzertberichte aus dem Bereich OI!, Streetrock und Hardcore. Dazu kommen Interviews mit ONE FILE, einer kompromisslosen OI!-Truppe aus Schottland, HARTBREAK KID, einer Hardcore-Band aus München, oder ROADKILL 13, einer Hardcoremetal-Band aus Regensburg. Nicht zu vergessen das Interview mit der grossartigen schwedischen Vikingrockband NJORD. Und dann gibt es noch einen bissigen Kommentar über “Hooli-Girls und Dinge, die die Welt nicht braucht”. Heissa! Die Welt braucht viel mehr solcher Kommentare. Das fetzt! Nicht unerwähnt bleiben sollte noch das erstklassige Layout, und die vielen Fotos und Grafiken im Heft. Was wäre sonst noch zu sagen? Nicht viel, man sollte es besser selber lesen. Es lohnt sich.

LAMMKOTZE “Hasst uns!!!” LP/CD (Digipack) / 12 Tracks
by
www.randale-records.de

Drei smarte bayrische Kahlköpfe, umringt von sex barbusigen Groupies. So cool präsentiert sich die Skinhead-Band LAMMKOTZE auf dem edlen Cover ihrer Debüt-CD/LP “Hasst uns!!!”. Congratulation für dieses feine Oi-Album! Es hat das, was viele Oi-Alben nicht mehr haben - musikalische Klasse, Tempo und Stil! Und Texte, die nicht das Elend dieser Welt bejammern, sondern vom eigenen Alltag und Erleben als Skinhead berichten. Ehrlich und schnörkellos. Und auch die Soundqualität dieses Albums lässt keine Wünsche offen. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass uns die Jungs von LAMMKOTZE in dem 12seitigen Booklett ihres Albums die nackten Ärsche zeigen. Ob das wohl eine versteckte Aufforderung an alle LAMMKOTZE-Kritiker sein soll? Fazit: Ein Debüt-Album, das nach mehr verlangt!
(Tracklist: 1. Hasst uns!!! / 2. Vergiss nie / 3. Familyman / 4. Nenn uns wie du willst / 5. Renee / 6. Footballtime / 7. Sirenen in der Nacht. / 8. Falscher Freund / 9. We are the Best / 10. Ich bleib was ich bin / 11.Schöne Zeit / 12. Fight for your life)

THE VENDETTA “Ultimatic” CD/LP / 19 Tracks
8-seitiges Digipack mit Glanzlackdruck.
by
Street Justice Records
P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

G. Gruse: Also das aktuelle Album der vier Italiener aus Piacenza bei Mailand, ehemals BLOODLINE, fräst dir zwar die Gehirnrinde unter der Schädeldecke weg, hat aber das Prädikat „Europe’s new sensation in street music!" längst nicht verdient. Die 19 Tracks auf diesem Album bieten zwar eine hochexplosive Mischung aus Punkrock, Crossover, Speedmetal, Hardcore und Trashmetal, und zeigen die Vielseitigkeit dieser Band, aber nichts was dieses Album in den Rang einer “Sensation” heben würde. Ausserdem verliert der Sound der Italiener durch die höhenbelastete Abmischung dieses Albums derbe an Dynamic. Geniales Cover-Design!

NEW YORK HARDCORE “Where the wild things are” /
(HARDCORE CLASSIC’S VINYL-Serie # 8)
Picture-LP / 9 Bands / 18 Tracks / Limitiert 500 /
by
Street Justice Records
P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

G. Gruse: Der legendäre Hardcore-Klassiker "Where the wild things are" ist im Jahre 1989 rausgekommen. Eine zweite Auflage hat es nie gegeben. Unter Sammlern war dieses Album seither eine gesuchte Rarität. Eine Neuauflage dieser HC-Compilation war also längst überfällig. Und das hat mal wieder das Dortmunder Hardcore-Label STREET JUSTICE RECORDS übernommen. Mit einer limitierten Picture-LP. OUTBURST, RAW DEAL, LIFE’S BLOOD, SHEER TERROR, BREAKDOWN, MAXIMUM PENALTY, UPPERCUT, N.B.S.H. und GORILLA BISCUITS knallen euch 18 Tracks um die Ohren, die es in sich haben. Schnell, brutal hart und authentisch! “Where the wild things are” bietet allen Hardcore-Puristen den rauhen und unverfälschte New York Hardcore-Sound der Achtziger Jahre.

SLACK & CHECKED “unter olle felgen” / CD / 7 Tracks
slackandchecked@yahoo.de

G. Gruse: Eine Ska-Combo aus Südtitol? Kann das gut gehen? Aber ja doch, das kann es! Die sieben Südtiroler präsentieren ihren klassischen, aber nie verstaubt wirkenden Jamaika-Ska so gekonnt und überzeugend, dass dieses Album sogar den legendären “King of Ska”, Desmond Dekker, begeistert hätte, wenn er nicht 2006 (im Alter von 64 Jahren) gestorben wäre. Aber wir leben noch, und sagen bei so smarten Songs wie “Streetcorner jam” (ultrageiles Gebläse) oder “Goodbye racist”: Let’s dance! Und das sollte uns bei den sieben Tracks dieses Ska-Albums nicht unbedingt schwerfallen.

VOICE OF THE STREETS #8 / A5 Heft-Format / 60 Seiten
by
vots@gmx.at / homepage: www.vots.tk

G. Gruse: Also in dieser Ausgabe schlägt uns Kollege Massimo mit Interviews förmlich tot. Am Anfang des Heftes steht ein Interview mit ULTIMATUM, einer Streetpunkband (2 Punks, 3 Skins) aus Kolumbien. Aus einem lateinamerikanischen Land, das ehr von Bürgerkrieg und Drogenkartelle als von Skinheads von sich reden macht. Aber davon scheint es in Kolumbien ja eine ganze Menge zu geben. Von ultralinks über unpolitisch bis ultrarechts. Die ganze Palette! Danach ein Interview mit TOWER BLOCKS aus Berlin-Hellersdorf. Und ein Interview mit LOUSY aus Chemnitz. Dann folgt ein Interview mit einer HC Band, die sich beim Erscheinen des Heftes schon wieder aufgelöst hatte, mit NOBLE CAUSE. Ein weiteres Interview mit einer Band aus Singapur, THE RUCTION. Ein Interview mit den WHISKEY REBELS. Ein Interview mit einem Kampfsportler. Ein Interview mit der ehemaligen Amiband SKOIDATS. Zwischen all den Interviews gibt es wie zur Erholung einen kleinen “Do it your self”-Kurs. Nein, nicht von der Art: “Wie bau’ ich mir einen elektrischen Stuhl”, sondern wie man einen Sampler zusammenstellt. Ausserdem 16 Seiten mit Fanzine-, Platten- und CD-Reviws. Ein paar Konzertberichte, und “Dance Hard Or Die”, eine starke Kolumne, zu der Massimo wohl das letzte HC-Konzert inspiriert haben mag.

VORTEX “Und was wollt ihr?” / CD / 12 Tracks / März 2007
by
www.randale-records.de

G. Gruse: “Wir sind zurück”, heisst einer der Songs auf dem neuen Album von VORTEX. Als ob nach dieser fantastischen CD irgend jemand daran zweifeln könnte! VORTEX haben sich mit einem Album zurückgemeldet, das keine Fragen offen lässt. Das ist Musik vom allerfeinsten! Und dazu Texte, die nicht nur damals, sondern auch heute noch aktuell sind. Die vier Recken aus der Rattenfängerstadt Hameln präsentieren traditionellen deutschen Skinhead-Rock, den man, ohne lange nachzufragen, einfach nur geniessen sollte! Wie alten Wein! Womit ich nicht sagen möchte, das VORTEX zum “alten Eisen” gehören. Ganz im Gegenteil! Von der musikalischen Power, mit der VORTEX auf ihrem neuen Album daherkommen, kann so manch eine der “jüngeren” Bands nur träumen. Das ist einfach nur noch geil! Unbedingt kaufen !!!

MOLOKO PLUS (# 30)
info@moloko-plus.de

G. Gruse: Was mir an dieser Ausgabe besonders ins Auge fällt, ist nicht das orginelle Cover, gute Idee, sondern die Altherren-Langeweile, die hier verbreitet wird. Daran können auch BONECRUSHER, THE BRIGGS, GENERATORZ, THE SEXMACHINES, RED UNION, STOCKYARD STOICS oder LOS FASTIDIOS nichts ändern; zumal ich den gleichen Kram auch im PLASTIC BOMB oder im OX finden kann. Sagen wir es mal so, das MOLOKO tröpfelt ziemlich unspektakulär vor sich hin. Trotz aufgewärmter B-Storys wie über die Alkoholprobleme des finnischen Skispringer Matti Nykänen oder den weltweiten Hype, den 1966 die Nordkoreanische Fussball-Nationalmannschaft bei den Fans ausgelöst hatte. Im Gegenteil. Das passt in das Gesamtbild. Alles schon mal gelesen, im SPIEGEL, in der ZEIT, nur alles viel besser, fundierter, und vor allen Dingen kompetenter. Und welch einen moralischen “Nährwert” die von Zeit zu Zeit immer wieder aufgewärmte Story über über den menschlichen Irrweg des ehemaligen HSV-Spielers Otto Fritz Harder (“Vom Fussballheld zum Nazischergen”) beinhalten soll, entzieht sich meinem Wissen. Ausser, dass man für diese Art von schlicht, und schlecht) gestrickter “Vergangenheitsbewältigung” immer Beifall bekommt. Sogar von der ANTIFA! Fazit: Vielleicht sollten einige der MOLOKO-Schreiber doch lieber die gute alte Volksweisheit beherzigen: “Schuster bleib bei deinen Leisten”, und sich auf ihre wahre Stärken und Qualitäten besinnen. Dann wird's auch wieder was mit dem MOLOKO!

DER BEWÄHRUNGSHELFER #11
Februar 2007 / 120 Seiten / A5-Heftformat

G. Gruse: Vor einigen Wochen landete mal wieder der BEWÄRUNGSHELFER in meinem Briefkasten. Trotz der fetten Doppel-Ausgabe (je 60 Seiten) war es eine glatte Punktlandung - wie immer! Am Anfang eines Fanzines steht ja meist ein Vorwort, in dem sich der Herausgeber so seine Gedanken über dieses und jenes in der Welt macht. Das können tiefschürfende Gedanken über das soziale Verhalten mitteleuropäischer Blattläuse sein, oder Gedanken über Vielweiberei und Prostitution bei den Kaiserpinguinen. In der Auswahl der Themen, und dem Umfang der Gedanken, sind dem Herausgeber also keine Grenzen gesetzt. In meinen besten Zeiten habe ich es mal auf ein Vorwort von siebzehn Seiten gebracht. Das war 1983, und damals einsamer Rekord! Der BEWÄHRUNGSHELFER bringt es “nur” auf neun Seiten, aber die haben es in sich. Boneheads in der Politik, in der Justiz, in den Medien, oder in den eigenen Reihen, hier wird niemand ausgespart. Wütend, nachdenklich, zynisch - und abgeklärt! Da seit dem Erscheinen der Nr. 10 eine halbe Ewigkeit vergangen ist, sind die Konzertberichte nicht unbedingt aktuell zu nennen. Wie der Bericht von “Pom Fritz” über den ENDSTUFE-Gig im “De Kastelein” in Brügge (Belgien) am zweiten Mai 2005. Schon etwas lange her, aber saugut zu lesen. Wie auch der Bericht von einem Festval im belgischen Flandern (Juni 2005) mit Bands wie ENGLISH ROSE, PROPAGANDA, LES VILAINS oder TOLLSCHOCK. Der Bericht “Das besetzte Haus” spielt im Jahre 1987, und reisst mich nicht unbedingt vom Hocker. Ist zwar spannend geschrieben, aber...! Zur klammheimlichen Freude von irgendwelchen geldgeilen Spekulanten besetzte Häuser zu stürmen, wäre mir reichlich merkwürdig vorgekommen. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich meine erste Sozialisierung durch die Polizeiknüppel der Staatsgewalt im “Häuserkampf” der frühen Achtziger Jahre erfahren habe. Als Hausbesetzer! Und öfters erleben durfte, wie des Nachts eine Horde besoffener Prolls mit ihren Basis an die Tür klopften und Einlass begehrten. Aber, na ja, es war dann immer recht lustig anzuschauen, wenn den ungebetenen Besuchern plötzlich Dutzende von eingegipster Kanonenschläge um die Ohren flogen. Besonders orginell ist das “Interview mit Ich”! Auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen, dass man sich selber interviewt, um Fragen zu beantworten, die einem sonst niemand stellen würde. Sei es aus Rücksicht auf den hohen Blutdruck des Interviewten, oder weil dem Interviewer diese Fragen in der Regel immer erst nach dem Interview einfallen. Gute Idee, erstklassig realisiert! Und noch ein Interview, und zwar mit der schwedischen Band FRONTSOLDAT. Irgendwie passt das zusammen, anschliessend begleiten wir nämlich einen germanische Recken nach Russland. Nee, es geht nicht um den “Russlandfeldzug” (“Von Finnland bis zum Schwarzen Meer...”), sondern um eine TV-Show, in der sich verschiedene Teams von Moskau nach Peking durchschlagen mussten. Verdammt heisse Kiste, dieser “Peking-Exzess und die Ente des Grauens”. Spannend und brilliant ge- und beschrieben. Für mich das absolute Highlight dieser Ausgabe. Ich bin schon auf den zweiten Teil gespannt! Passend zu diesem Thema folgt ein ausführliches Interview mit der russischen Band KOLOVRAT. Sehr viele Platten- und CD-Reviews. Noch mehr Bandstorys und Konzertberichte. Was fehlt noch? Ach ja, der BEWÄHRUNGSHELFER begann mit ENDSTUFE in Brügge, und endet - womit? Ihr werdet es nicht glauben, mit ENDSTUFE, aber diesmal in Bremen (5. August 2006). Fazit: Für die Froinde der gepflegten Skinhead-Lektüre ist der BEWÄHRUNGSHELFER einfach unverzichtbar!

CRUMBSUCKERS “Life of dreams” / CD / Incl. Miniposter, Foto-Gallery, Wallpaper...
by
Street Justice Records
P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

G. Gruse: Rausgekommen ist dieses CRUMBSUCKERS-Album erstmals 1986 auf Vinyl, hat also schon mehr als zwanzig Jahre auf dem altersgebeugten Buckel. Aber lasst Euch nicht täuschen! Euch erwarten crossovermässiger Hardcore made in USA. Wenn es so etwas wie eine Hardcore-Hölle gibt, das Album “Life of dreams” bietet sie in Perfektion. Hier flattern die Ohren, scheppern die Gehörgänge, wummert das Trommelfell, vibriert der Iro und schlägt die Glatze Wellen. Wouw! I want back in the heavy hardcore-hell!

STAHLWERK - Skinhead-Zine / # 5 / 2006 / 2,50 EU
STAHLWERKZINE / Postfach 2030 / 66520 Neunkirchen
oder
stahlwerkzine@yahoo.de

Na endlich! Nach vielen Irrungen und Wirrungen ist es diesem Fanzine gelungen, den Weg von Neunkirchen (im Saarland) in meinen Dortmunder Briefkasten zu finden. Gorbatschow (nicht der Wodka, der Politiker, ihr Deppen!) hat mal gesagt, “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”. Ich muss feststellen, dass das im Falle des STAHLWERK-Zine nicht zutrifft! Im Gegenteil! Das lange Warten hat sich gelohnt. Hundertzehn (110!) Seiten vollgepackt mit Themen, die nicht nur Skinheads interessieren. Ein ganz besonderer Höhepunkt, und das redaktionelle Highlight dieser Ausgabe, ist die 13 Seiten starke Dokumentation über die Skinhead-Szene in der ehemaligen DDR. Vier starke Insiderbeiträge bieten einen authentischen Einblick in den Alltag von Skinheads (und Punks) im “real existierenden Sozialismus”. Ein weiterer Leckerbissen bietet “Ossis lachen zuletzt”: Eine Realitystory über die Aufnahme des neuen GERBENOK-Album “Wer zuletzt lacht!” Ausserdem bietet das STAHLWERK noch jede Menge Interviews, u.a. mit den RABAUKEN, CLOSE COMBAT und EVIL CONDUCT. Geile Fotos, ein überzeugendes Layout, jede Menge Reviews und und und...

Marlyn Manson “The long hard road out of hell” / 352 S.
by VERLAGSGRUPPE KOCH/HANNIBAL / ISBN 3-85445-182-2 / 25,90

Marlyn Manson sei der Beweis, “dass die moralischen Werte der amerikanischen Gesellschaft zu Grunde gehen”, sagte einst der Gouverneur von Oklahoma, Frank Keating, über Marlyn Manson. Man muss nicht unbedingt ein Fan von Manson sein, um von seinem Buch fasziniert zu sein. In “The long hard road out of hell” beschreibt Manson offenherzig und schonungslos seinen langen Weg vom “gottesfürchtigen Schuljungen” zu einem der meistgehassten Rockidole der USA. Seine Autobiografie ist eine wilde, brutale, intime, verletzende, chaotische, obszöne und zynische Reise durch das letzte Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts. Ein Höllentrip, der ihn über die vergammelten Backstage-Räume, dreckigen Tanzschuppen und vollgekotzten Gefangniszellen der amerikanischen Provinz bis an die Spitze der internationalen Charts katapultiert hat. Marlyn Mansons Autobiografie ist ein fantastisches Kultbuch, ausgestattet mit zahlreichen bislang unveröffentlichten Fotos, Illustrationen, und dem Tagebuch der legendären “Dead to the world”-Tour, mit der er Ende der Neunziger Jahre die amerikanische Öffentlichkeit gegen sich aufbrachte. Ein grossartiges und aufregendes Stück amerikanischer Kultur- und Rockgeschichte.

STOLZ & STIL - #19 / Dezember 2006
Skinzine für “Lebensart, Rebellion und Musik” / 92 S. / A5 / 2,22 EU
mail:
stolzstil@web.de

Rechtzeitig zu den Feiertagen steckte mal wieder eine neue Ausgabe des STOLZ & STIL-Fanzine aus Thüringen in meinem Briefkasten. Mit seinen zweiundneunzig Seiten gleicht das Heft fast schon einem Taschenbuch. Genug Stoff, um mir einen grossen Wodka einzuschenken, mich gemütlich im Sessel zurückzulehnen, und tief einzutauchen in die höchst reale Skinhead-World des STOLZ & STIL-Fanzine. Und wie könnte es auch anders sein, begegnet einem dort als allererstes eine legendäre Bremer Skinheadband aus den Achtziger Jahren, die inzwischen Kultstatus geniesst: ENDSTUFE! Nett verpackt in einem sehr ausführlichen und informativen Interview, das Achim vom STOLZ & STIL mit “Brandy”, dem “Kopf” und Sänger der Band, geführt hat. Über fünf Seiten plaudert man über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser fantastischen Band. In diesem Zusammenhang wurde natürlich das Konzert-Highlight des Jahres 2006 nicht vergessen, als ENDSTUFE an einem regnerischen Sommertag (gemeinsam mit LAST RIOT und SHORT CROPPED) in der Nähe von Bremen vor einigen Hundert in- und ausländischen Glatzen zum Tanz aufgespielt haben. Von diesem feuchtfröhlichen Ereigniss berichten “Skullhead” und “Göring”. Ausserdem “ENDSTUFE live in Thüringen”. Natürlich sind das nicht die einzigen Konzertberichte. Da wären noch LAST RESORT, SCHUSTERJUNGS, SPY KIDS und VORTEX in Schöningen. Ein Konzert, dessen trauriger Höhepunkt der feige Angriff einiger offensichtlich verwirrten Glatzen auf den seit einem Schlaganfall teilweise gelähmten Sänger von LAST RESORT, Roi Pearce, war. Ein sehr armseliger Auftritt, aber nicht für die britische Punklegende Roi Pearce. Einen weiteren Höhepunkt bietet die siebenseitige Dokumentation über die HAGGIS-Tour 2006. Spannende und spassige Berichte über die HAGGIS-Konzerte in Wadern, Magdeburg, Neustadt, Wegeleben, Berlin, Greifswald und Dresden. Nicht weniger interessant ist die “Geschichte des Skinheadpub MENFIS”. Da geht es um eine überregional bekannte Konzertkneipe im ostthüringschen Neustadt. Schade, dass ich den Laden noch nie kennengelernt habe. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das siebenseitige Interview mit dem Macher des STAHLWERK-Zine. Durchdachte Fragen und klare Antworten, und kein leeres Geschwätz. So hab’ ich es gern! Dann gibt es wieder mal einen Trip in die wilden Achtziger Jahre. Und diesmal wird es ziemlich schräg, geht es doch um den berüchtigten “Wein, Weiber & Gesang-Report” aus dem Jahre 1988. So was wie ein Sex-Report nach dem Muster: “Wie fickt der doitsche Skinhead?” Fünf doitsche Bands aus den Urzeiten der doitschen Glatzenbewegung (VANDALEN, KAHLKOPF, SPRINGTOIFEL, BOOTS & BRACES und DAILY TERROR) offenbaren hier ihr wüstes Sexleben. Sehr lehrreich, besonders für den unbedarften Nachwuchs, würd’ ich mal sagen! Ich weiss, ich hab’ hier ne ganze Menge Artikel nicht erwähnt, wie das Interview mit LAMMKOTZE, oder den Tourbericht von GERBENOK, aber das alles, und noch vieles mehr, sollte man lieber selber nachlesen. Es lohnt sich! Bevor ich auch das noch vergesse: Natürlich gibt es auch in dieser Ausgabe jede Menge Fotos und Fanzine-, CD- und Plattenbesprechungen. FAZIT: Das STOLZ & STIL ist eines der wenigen deutschen Skinheadfanzines, das durch seine redaktionelle Vielfalt und hohen Informationsgehalt überzeugt. Great job!

BITCHES N BASTARDS “In the doghouse” / CD/LP
by
www.unitekids-records.de

Nach dem überzeugenden Debütalbum “Bitchslabs” (siehe unten) haben die vier nordischen Streetpunker von BITCHES N BASTARDS noch einen kräftigen Zahn zugelegt, und mit “In the doghouse” ein Album präsentiert, dass bei den Fans des Streetpunk genauso derbe einschlagen wird, wie Thors legendärer Donnerhammer in den Schädel des Riesen “Hymir”. BITCHES N BASTARDS gehen auf dem neuen Album dreckiger und musikalisch kompromissloser zur Sache als auf ihrem Debütalbum. Man nehme viel Spielwitz und Spielfreude, würze das mit einer gehörigen Portion 80iger Punkrock, kombiniere das mit der unverwechselbaren Stimme des Sängers, einer treibenden, aber nicht hetzenden Gitarre, begleitet von einem virtuosen (weiblichen) Bass, und einem Schlagzeuger, der es krachen lässt, wie einst ein deutscher MG-Schütze vor Stalingrad, und heraus kommt dann so ein geiles Album wie “In the doghouse”.

TSIRULNYA & BRIGADE M “We’re gonna fight” / Splitt-CD/LP

Obwohl diese Splitt-CD mit TSIRULNYA aus Russland und der BRIGADE M aus den Niederlanden schon vor drei Jahren rausgekommen ist, gelangte sie erst jetzt in meinen Player. Ob das ein grosser Verlust war, lass ich mal dahingestellt. Ein guter Freund hat sie mir dieser Tage als Weihnachtsgruss geschickt. Na ja! Ich will ja nicht undankbar sein, aber das ist mal wieder eine der CDs, die ich mir freiwillig nicht antuen würde. Ungeachtet der geilen Musik, die beide Bands machen. Aber was bringt die geilste Mucke, wenn es bei den Texten nicht stimmt? Nein danke! Mich nervt der überzogene Nationalismus in den Texten dieser Bands, und der paranoide fremdenfeindliche Chauvinismus, der besonders russische Skinheadbands wie TSIRULNYA auszeichnet. Irgendwie ist das nicht meine Welt. Diese Welt ist von gestern, ich lebe im Heute!

BITCHES N BASTARDS “Bitchslabs” / LP
by
www.unitekids-records.de

Hey, das haut aber rein! Gelungenes Debütalbum des Punk/Skin-Quartet BITCHES N BASTARDS aus Bergen in Norwegen. Die Band besteht aus Gissy (Voc.), Alex (Guitar) und Ronny (Drum) und einem Mädel mit dem Walkürennamen Ragnhild (Bass). Die vier Norweger spielen unkomplizierten, chorbetonten Punkrock, der stark vom britischen Oi-Punk der Achtziger Jahre beeinflusst wird. Sauber!

 

HAGGIS “The impeccable glory of eternal war”
by
www.unitekids-records.de

Warum sich sich die vier trinkfesten Herren aus Norwegen nun ausgerechnet nach einem ziemlich ekelhaften schottischen Nationalgericht, vergleichbar dem deutschen “Saumagen”, benannt haben, mag ich nicht beurteilen, aber dass “fucking” und “fuck off” ihre ultimativen Lieblingsvokabeln sind, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. Wer aber nun geglaubt hat, dass es bei HAGGIS nach der “Pride is our crime”-EP und der fantastischen “Stormtroopers of Hate”-LP keine Steigerung mehr geben kann, der wird durch “The impeccable glory of eternal war” eines besseren belehrt: Das neue Album ist ein fulminanter Meilenstein in der Welt des Hatecore-Punk! HAGGIS kennen keine faulen Kompromisse, sondern ziehen ihr Ding durch. Ohne Rücksicht auf irgendwelche Tabus! Musikalisch reifer, provokanter und aggressiver denn je! Fazit: Eine gnadenlos geile Scheibe! Jeder der 16 Songs ein “bösartiger” Tiefschlag in die aufgeblasenen Eier aller PC-Spiesser. Dat is Punkrock, so wie ich ihn liebe. Jenseits des angepassten “soziokulturellen” mainstream. Weiter so, ihr tapferen Wikinger!

NACHTRAG: Das schottische Nationalgericht “Haggis” besteht aus einem Schafsmagen, der mit Innereien und (nach Pisse stinkenden) Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Anschliessend wird der wieder Magen zugenäht, gekocht und dann irgendwann gegessen...Würg! Kotz! Urghs!!!

HAGGIS “Stormtroopers of Hate” / LP / 14 + Bonus-Track
by
www.unitekids-records.de

HAGGIS sind vier smarte OI!-Wikinger aus Stavanger in Norwegen, die stramme Weiber, pralle Titten und sehr viel Bier lieben. Und dabei seltsame Rituale pflegen. Oder ist es nicht seltsam, wenn man sich beim Saufen Biergläser auf dem Kopf zerschlägt? Dies sei “ein sehr beliebter Brauch in Norwegen”, erklärte dazu eines der Bandmitglieder in einem Interview mit Freund Markus vom Porzer BEZIRK 7-Fanzine (#7). Und wenn in dem gleichen Interview einer von ihnen sagt, dass ihn “nichts auf der Welt” mehr zur Gewalt provoziere, “als Frauen mit kleinen Titten”, dann fällt mir zur Gewaltprävention nur noch ein abgewandeltes Mao-Zitat ein: “Lasst tausend pralle Titten blühen”! Ein Zitat, das auch den Jungs von HAGGIS nicht unbekannt sein dürfte, wie ich bei einem Blick auf das Textblatt ihrer LP feststellen konnte. Überall prangen pralle Titten. Hui! Womit ich die vier sympathischen Norweger wohl ausreichend charakterisiert habe! “Stormtroopers of Hate” ist nordischer “Terror-Oi”, eine wahnwitzige und intelligente Mischung aus Rock’n’Roll, Oi-Punk, Hard-, Street- und Trash-Core. Das sich auf dieser Scheibe alles um “Beer, Sex and Violence” dreht, versteht sich wohl von selber. Meine Favoriten sind “More war”, “Stormtroopers of Hate”, “21 Beers”, “Skinheads in the mist” und “The vikings are coming”. Und neben “L.b.v.” und “Hammersmashed prostitute” natürlich “This is our Country”! Bei diesem Song kann ich mir so richtig vorstellen, wie die Jungs von HAGGIS besoffen auf ihre Elchkühe steigen und laut gröhlend über die zugefrorenen Fjorde dem Sonnenuntergang entgegenreiten.
Fazit: Elchtest bestanden. Eine saustarke Scheibe!

BRACHIAL “Joe Hawkins” / CD/LP / 12 Tracks
by brachial@loveofoi.com

Die Freunde des traditionellen deutschsprachigen Oi! kommen bei der Debüt-LP von BRACHIAL voll auf ihre Kosten. Seit ihrem Demo von 2004, das mich schon damals von den musikalischen Qualitäten dieser Band überzeugt hatte, sind die fünf Recken aus Sachsen-Anhalt soundmässig noch um ein paar Längen besser geworden. Bereits das Instrumentalstück am Anfang, “Etap 313”, zeigt, wie positiv sich BRACHIAL seither weiterentwickelt haben. Schnörkelloser Skinhead-Rock’n’Roll, der sich nicht lange mit irgendwelchen Ego-Solis aufhält, sondern flott und direkt zur Sache kommt. In ihren Texten bekennen sich die Jungs ohne wenn und aber zum way of life (“Jow Hawkins”, “Samstag Nacht”) und den roots der Skinhead-Bewegung. Natürlich sind Songs wie “Egal” oder “Mein Leben” nicht unpolitisch, man nennt hier die Dinge beim Namen ohne sich bei irgendwelchen linken oder rechten Spiessern anzuschleimen (“Im Namen der Freiheit”). Nichts anderes habe ich von BRACHIAL erwartet! So ist ihr Song “Deutsche Skins” mit dem Refrain “Laut und lustig, Parole Spass - Singen und Tanzen und working class! Zusammenhalt ist unsere Stärke, und Prollpower ist heut angesagt!” eine saugeile Reminiszenz an die “wilden” Achtziger Jahre.
PS: Mein Geheimfavorit ist natürlich der gnadenlos schräge “Party Fuck”!

BRACHIAL & THE CASUALS “Amicizia - Freundschaft”
Splitt-Single / 3 Tracks
by brachial@loveofoi.com

Eine deutsche (BRACHIAL) und eine italienische Skinhead-Band (THE CASUALS) zelebrieren mit dieser Eigenproduktion aus Vinyl die deutsch-italienische Freundschaft (das war aber noch vor der Fussball-WM...hähä!). Die A-Seite dieser Single gehört mit den beiden Songs “Schikane” und “United Skins” BRACHIAL. Die B-Seite besetzen THE CASUALS mit ihrem herrlichen “Italian german friendship”. Dieser Song könnte ja direkt ein Ohrwurm werden!

KRAWALLBRÜDER “Auf alte Tage” / CD / 11 Tracks
by
www.kb-records.com

Bei diesem Cover der KRAWALLBRÜDER-CD könnte man ja richtig nostalgisch werden. Ich sage nur “Böse Menschen - böse Lieder”! Wenn wir schon mal bei der Vergangenheit sind: Auf dieser CD finden sich keine “bösen Lieder”, sondern frühere Veröffentlichungen der KRAWALLBRÜDER. Gewissermassen ihre Jugendsünden! Und die bestehen aus den vier legendären Tracks der “Walzwerk”-Single und diverser alter Demo-Songs. Für alle KRAWALLBRÜDER-Fans (und nicht nur für die) ein unbedingtes MUSS! Meine Favoriten sind “Groupieaction” und “Arschloch ohne Rückgrat”.


“AGNOSTIC FRONT - A box of hurt and hate”
(Limitiert auf 1000 Exemplare)
by
Street Justice Records
P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

Heilige Scheisse! Diese AGNOSTIC FRONT-Veröffentlichung aus dem Hause STREET JUSTICE hat es in sich! Geboten wird eine mit Urkunde zertifizierte und auf tausend Exemplare limitierte massive Holzbox (mit Schiebedeckel), deren Inhalt jeden Fan der genialen New Yorker Hardcore-Rocker vom Stuhl hauen wird. Der besteht aus den legendären Alben "Cause for alarm" von 1986, "Liberty & justice" von 1987 und "One voice" von 1992. Alle drei Scheiben als schwere Picture-LP-Version. Abgerundet wird das ganze von einem AF-Aufnäher, -Aufkleber und einem Riesenposter. Ein optisches Highlight ist das "Crucified Skinhead"-Branding auf dem Schiebedeckel. Ich bin mir sicher, dass diese Box schon in Kürze zu einem gesuchten Sammlerobjekt werden wird.

KRAFT DURCH FROIDE “100 Mann...und ein Befehl!” (Demo 1985 / Live 1986) / Double-CD
by “Hellhammer”

Was auf dem ersten Blick so aussieht, wie eine CD mit teutonischen Kriegsgesängen, ist die digitalisierte Neuauflage alter KDF-Tapes. Für alle, die es nicht wissen, was ich mir aber schwerlich vorstellen kann: KDF ist eine ehemalige Skinhead-Band aus dem Westberlin der Achtziger Jahre. Die beiden CDs beinhalten das legendäre Demo-Tape von 1985, und ein Live-Konzert (“KDF im Bunker”) aus dem Jahre 1986. Damals wie heute polarisiert KDF. Für die einen sind die Texte der Band rechtsradikal (z. B. “Stiefel der Nacht”, “Rudolf Hess”, “Soldat des Führers”) oder ausländerfeindlich (“Asylanten”), für andere steht KDF mit Songs wie “Prollpower”, “Peepshow”, “Ich bin stolz ein Skinhead zu sein” oder “Skinheadgirl” für den traditionellen Skinhead-Rock der frühen Achtziger Jahre. Keine Frage, die vier Berliner Jungs waren politisch unkorrekt bis zum Abkotzen. Aber bei aller berechtigter Kritik an diesem oder jenem Text, gehört KDF - neben den ONKELZ, ENDSTUFE und VORTEX - zu den führenden deutschen Skinheadbands der Achtziger Jahre. Vier grosse Bands, die mit ihrer Musik und Lyrik eine ganze Generation von Skinheads geprägt und beeinflusst haben. Und das nicht nur im negativen Sinne! Ein interessantes Zeitdokument der deutschen Skinhead-History!

ENPUNKT - Das Heft für Punkrock, Reisen und Hochkultur (# 43) / 68 Seiten / Din-A 5-Format
c/o Klaus N. Frick, Postfach 2468, D-76012 Karlsruhe

Das ENPUNKT-Fanzine aus Karlsruhe ist in diesem Jahr zwanzig Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch, Herr Frick! Als ich 1986, damals schon kahl geschoren, aber zwanzig Jahre jünger, die erste Ausgabe deines Fanzines in Händen hielt, da war meine erste Reaktion: “Das Teil ist schnell wieder vergessen, is viel zu abgehoben, höchstens was für Pseudo-Punx mit Abitur.” Von wegen “schnell vergessen”! Die dreiundvierzig Ausgaben des ENPUNKT, die Klaus Frick in den vergangenen zwanzig Jahren herausbracht hat, sind ja wohl der Beweis des Gegenteils. Wenn ich überlege, was in diesen zwei Jahrzehnten alles geschehen ist, der Kommunismus ist auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet, Mauern, Grenzen und das World-Trade-Center in New York sind verschwunden, Joe Strummer und Ian Stuart gestorben, dann weiss man es zu schätzen, dass der ENPUNKT immer noch existiert. Das hat so was beruhigendes. So was beständiges. Obwohl ich nach dem Vorwort der aktuellen Ausgabe von dem Gefühl beschlichen werde, dass der werte Herausgeber des ENPUNKT in der Midlife-Crisis steckt. Warum würde er sonst sein Vorwort unter die Headline “Ist die Luft schon raus?” setzen? Das ist eine Frage, die ich ehr von einem Patienten mit fortgeschrittenen Hodenkrebs erwartet hätte, aber doch nicht vom Macher des ENPUNKT. Obwohl die aktuelle Ausgabe diese Frage doch eigendlich ad absurdum führen müsste: Man ist zwar zwanzig Jahre älter geworden, die Haare fallen langsam aus, das Kreuz zwickt und auf Konzerten ist man auch nicht mehr so gut auf den Beinen, aber trotz all dieser Petitessen ist die Luft noch lange nicht raus. Im Gegenteil! Was soll ich noch zu der aktellen Ausgabe sagen? Nichts! Man muss das Heft selber gelesen, um zu verstehen, warum ich dieses Fanzine mag.

THE DUCKY BOYS “The war back home” (STRICTLY LIMITED COLOURED VINYL EDITION OF 500 NUMBERED COPIES)
by
Street Justice Records / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

RELEASE-INFO: “10 years. 4 albums. 2 tenures. Over 50 songs. Boston's DUCKY BOYS have shown time and time again that, sometimes, less is more. There has never been any glammer. There has never been any star status. There never will be. The Ducky Boys are the consummate underdogs who have steadily and sometimes quietly brought their message to the people who get it for years. On their latest testimonial, The War Back Home, the Ducky Boys address such matters as life, love, living and dying as they always have. The perspective has changed but the messenger has not. This time out the songs have taken a step forward in their arrangement while taking a step back to basics in their presentation. The songs are infectious; you'll be wondering why Ducky Boys isn't a household name. But the songs are simple. Drums, bass, guitar and vocals with minimal additional layering. The message gets across in the most primitive way rock n' roll knows how; through melody and back beat. Ducky Boys have often been referred to as punk rock's answer to Creedence Clearwater Revival. The War Back Home will show you why.”

GERBENOK “ Wer zuletzt lacht...”
by
www.kb-records.com

...der lacht ja (bekanntlich) am besten! Und dazu haben die vier Bootsboys aus Sachsen-Anhalt nach ihrer neuen CD auch allen Grund. Obwohl man soundmässig einen ganz eigenen, fast eigenwilligen Stil pflegt, brettern uns die Jungs zwölf Tracks um die Ohren, die es in sich haben. Um es auf einen Nenner zu bringen: Die Skinhead-Band GERBENOK präsentiert klassische und schnörkellose Skinhead-Lyrik, verbunden mit einem fantastischen Sound, dem auch ein gewisser Mitgröhlfaktor nicht unbedingt fremd ist.

KRAWALLBRÜDER “T.M.G.”
Auf 500 Exempl. limitierte Picture-Single.
(Gibt es auch als CD)
by
www.kb-records.com

Die KRAWALLBRÜDER lassen es auf dieser Scheibe krachen, wie die “Weltmeister der Herzen” beim Elfmeterschiessen gegen Argentinien. Immer voll auf die Glocke! Wer die KRAWALLBRÜDER von ihren bisherigen CD/Platten kennt, dem brauch ich ja wohl nichts zu erzählen (Violence and brooken bones!), allen anderen sei gesagt, dass Ihr euch diesen musikalischen Hammerschlag der KRAWALLBRÜDER nicht entgehen lassen dürft. Besonders dann nicht, wenn dieser “handfeste” Gruss an die Welt, die wärend der WM “zu Gast” in Deutschland war, als limitierte Picture-Single aus Vinyl unter dem vielversprechenden Titel “T.M.G.” (“Trouble Maker Germany”) daherkommt. Hier ist nicht nur der Bandname Programm!

VERLORENE JUNGS “Ich hoffe es tut weh” CD/LP
by
www.sunnybastards.de

Jau, es tut ein wenig weh! Obwohl dieses Album, es ist das fünfte der VERLORENEN JUNGS, fast nahtlos an das schon legendäre zweite Album, “Du gehörst dazu” (mal eine meiner Lieblingsscheiben), anknüpfen könnte, macht mich die neue Scheibe der JUNGS ehr ratlos. Irgendwie hab ich das Gefühl, diese Ruhrpottband geht zurück, weil man nach dem ziemlich flauen dritten und vierten Album nicht genau weiss, wo man eigendlich hinwill. Schade!

THE YOUNG ONE “No bollocks, just Oi!” / CD
by “Alive and Kicking-Records”, APDO 13305, 46021 Valencia, Spain

Nach ihrer vielversprechenden Demo-CD “Skinhead Class” präsentieren uns die vier kurzhaarigen Jungs aus Holland nun ihre Debüt-CD “No bollocks, just Oi!”. Herausgekommen ist sehr traditionelle und bodenständige Oi!-music, verbunden mit starken old school Hardcore Elementen. Eine Bombenmischung, die sicher wieder für Furore sorgen wird. Mein Anspieltipp ist die geniale Coverversion des guten alten COCKNEY REJECTS-Gassenhauers “We’re the firm”.

THE VEROS “Just do it with Style” / LP/CD
by
www.randale-records.de

Ich habe keine Ahnung, wie die aktuelle Line-up von VEROS ausschaut. Das Plattencover sagt nämlich nichts darüber aus. Und auch die Bandpage dieser französischen OI-Band lässt einen da im Stich. Ich geh also mal davon aus, dass es sich um die alte Besetzung handelt. Da wäre der Sänger und Gitarist Boni, in den Achtziger Jahren Schlagzeuger bei SNIX, jetzt die charismatische Stimme dieser Band. Dann Vero (Voc. und Bass), die superscharfe Frau, die dieser grandiosen Band mit ihrer hinreissenden Stimme und ihrem Bass eine fette Prise Frauen-Power verpasst. Und dann ist da noch Denis, der furiose Schlagzeuger. Und was uns die drei mit ihrer genialen Debüt-LP “Just do it with Style” vorgelegt haben, ist einer der geilsten OI!-Platten, die ich in den letzten Monaten auf meinem Plattenteller gelegt habe. VEROS: “We do few english Oi or skins bands cover (Cock Sparrer, Ejected, The Strike, 4 Skins, Skrewdriver,...) so you know the lyrics, as for our lyrics they're about friendship, discrimination about skinheads, the Glory...”. Meine Anspieltipps sind “Bad reputation” und “Backstreet kids”. Unbedingt kaufen! Ihr werdet es bei keinem einzigen Song bereuen.

WALHALLAS PATRIOTS “Race over all” / CD
(Ohne Contactadresse. Ist auch besser so!)

Ich will es mal mit den Worten meines etwas missratenen Stammhalter Stanley ausdrücken: “WALHALLAS PATRIOTEN sind durchgeknallten Rednecks (white trash), die mit primitiven Nazi-Rock rassistische Scheisse verbreiten.” Es geschieht ja nicht sehr oft, dass wir beide einer Meinung sind, besonders wenn es um Musik, Bands und Skinheads geht, aber hier hat er ausnahmsweise mal Recht. Diese CD ist ein Haufen Scheisse!

 

STOLZ & STIL - #18 / Juli 2006
Das Skinzine für “Lebensart, Rebellion und Musik” aus Thüringen (72 Seiten)
c/o PF 1143 / 99601 Sömmerda

Anfang Juli ist die neue Ausgabe des Skinheadfanzine STOLZ & STIL aus Thüringen erschienen. Das Fanzine mit dem ganz besonderen Stil! Der ostdeutsche Background des STOLZ & STIL-Fanzine macht die besondere Stärke dieses Fanzines aus: Man legt den redaktionellen Schwerpunkt auf die “real existierende” Glatzen-Szene in Thüringen, Sachen-Anhalt oder Mecklenburg, ohne dabei den Rest der Republik/Welt aus den Augen zu verlieren. Besonders für uns/die Alt-Skins aus den “alten” Bundesländern, die in den Achtzigern die Teilung Deutschlands hautnah miterlebt haben, ist es immer wieder interessant zu sehen, was bei “unserem” glatzköpfigen Nachwuchs im “Osten” so alles abgeht. Und das scheint eine ganze Menge zu sein. Wobei ich das Gefühl gewonnen habe, das Honekers kahl geschorene Enkel die Glatzenszene im Westen längst überholt haben. Fanzinemässig auf jeden Fall! Das zeigt die aktuelle Ausgabe des STOLZ & STIL. Hinter einem tükisfarbenen Cover verbergen sich siebzig Seiten, vollgepackt mit netten und weniger netten Neuigkeiten aus der Glatzenszene, vielen Fotos, geilen Konzertberichten, diversen Musik- und Fanzine-Reviews, und Interviews. Meist mit Bands und Loiten aus den nordöstlichen Regionen Deutschlands. Wie dem smarten Betreiber des BIERROIBER. Einer Skinhead- und Konzert-Kneipe in Bad Frankenhausen. Ausserdem treffen wir im Heft auf die KRAWALLBRÜDER, die TRABIREITER, den ZWERGPIRAT und die JUNKZ. Aber auch auf Bands aus den Niederlanden (THE YOUNG ONES) und Belgien (LES VILAINS). Ausserdem gibt es noch die Story über ein paar “hässliche, brutale und gewalttätige” Skinheads, darunter auch meine Wenigkeit, die sich 1986 in einem Dortmunder Proberaum mit SPIEGEL-Journalisten zum Interview trafen. Ein besonderes Highlight des STOLZ & STIL sind jedoch die Konzertberichte von LASTI und "Göring". Keine trockene Auflistung von Bands, sondern spannend geschriebene Storys über Bier, geile Musik und Freunde, die man auf diesen Konzerten getroffen hat. Kleine Geschichten von und über Skinheads, die mehr über den "way of life" der Skinhead-Szene aussagen als sich das so manch ein politisch korrekter Hosenscheisser überhaupt vorstellen kann. Das macht Spass zu lesen! Fazit: Pflichtlektüre für jeden Skinhead!

OI! THE GERMAN ATTACK / Tapesampler / 2005 (60:00 Min.)

Eigendlich sind Tapes als Musikmedium ziemlich out. Haben doch die meisten Leute inzwischen längst auf CDs umgerüstet. Dabei haben haben die guten alten Cassetten noch längst nicht ausgedient. Das es sich immer noch lohnt, ein Tapedeck zur Hand zu haben, beweist dieser Skinhead-Sampler aus dem Jahre 2005. Ausser TOLLSCHOCK aus Österreich befinden sich auf diesem Sampler nur noch Glatzen-Bands aus den neuen Bundesländern. Angefangen mit KAMPFZONE, KOTZFRONT, BRACHIAL, LAST RIOT, BACKSTREET FIRM, SPIESSGESELLEN und SPY KIDS, bis hin zu FROMMZER, EISENACHER JUNGS, OIRE SCHULD, IRON FIST und GERBENOK. Recht interessante Zusammenstellung, zumal sich einige der Bands, wie OIRE SCHULD aus Ostberlin, längst aufgelöst haben. Die Soundqualität der einzelen Tracks hat teilweise Proberaumniveau, aber gerade dieser ungeschliffene Sound macht diesen Sampler so authentisch.

STAMMTISCHPROLLS “Stumpfrock brutal”
by
www.stammtischprolls.de

Es gibt so einige CD’s/LP’s, die man sich anhört, weglegt, und dann irgendwann vergisst. Wenn man sie nicht vorher seinem schwulen Stiefvater zum Muttertag geschenkt hat. So ist es mir mit der “Stumpfrock brutal”-CD von den STAMMTISCHPROLLS aus Arendsee (wo is’n das?) ergangen: Angehört, weggelegt und dann vergessen! Warum? Weil die CD einfach langweilig ist. Musikalisch und textlich bewegt man sich in längst ausgelatschten Gleisen. Holzschnittartige Sozialkritik auf Hartz4-Niveau. Alles ist schlecht, die Politik und der böse Staat sowieso. Und als Skin ist man eh der Angeschissene. Da hilft nur noch Bier, ficken und Fussball als Ventil gegen den Frust des grauen Alltags. Ach nee, Leute, das habe ich alles schon mal so oder so ähnlich gehört! Sogar schon vor zwanzig Jahren. Nur viel intelligenter. Eine allerletzte Bemerkung: Mal abgesehen davon, dass sich einige der Songs soundmässig so anhören als versuche da jemand ENDSTUFE abzukupfern (wobei das Orginal allemal besser ist), ist das Teil auch noch total scheisse abgemischt. Aber wie heisst es doch auf der Backside des CD-Covers: “Stumpf ist Trumpf”. Na dann!

CRUSADERS “The anger inside” / CD/LP (15 Tracks)
by
www.randale-records.de

Also die Jungs von CRUSADERS können mich jetzt steinigen, hängen, vierteilen, aufknüpfen - was immer sie wollen, aber ich habe so meine Probleme mit deutschen Bands, deren CD/LP nur aus englischsprachigen Titeln besteht. Um jetzt nicht missverstanden zu werden: Diese Kritik hat nix mit muffiger Deutschtümelei a’la “Rettet die deutsche Sprache” zu tun, sondern ich glaube, dass man da als Band ein grosses Stück seiner kulturellen Roots und Identität verliert. Genug der Nörgelei, die neue CD/LP der Leipziger OI!-Band CRUSADERS “The anger inside” ist für mich der Hammer des Monats Juli. Trotz der englischen Texte! Sagen wir mal so, die Jungs von CRUSADERS haben meine Kritik mit ihrer fantastischen Musik und ihren geilen Songs widerlegt. Spätestens nach “89”, ein unheimlich starkes und emotional unter die Haut gehendes Lied, ist für mich die Sprache der CRUSADER-Songs unwichtig geworden. Meine Anerkennung und Respekt für diese Scheibe!

“BÖHSE ONKELZ - danke für nichts”
von Edmund Hartsch / 270 Seiten / Vierte Auflage

Nach dem ONKELZ-Buch des Klaus Farin (siehe unten) nicht schon wieder ein ONKELZ-Buch-Review, mag jetzt der eine oder andere etwas genervt aufstöhnen. Das kann ich ja verstehen, was mich aber nicht daran hindert, dieses Buch (Erstauflage 1997) ein wenig näher zu betrachten. Und, verdammt noch mal, es lohnt sich, einmal genauer hineinzuschauen. Nicht nur wegen der unzähligen Farb- und SW-Fotos (mit bisher unveröffentlichten Fotos aus dem Privatarchiv der ONKELZ), sondern weil sich fast die Hälfte dieses fetten Wälzers mit der Punk- und Skinhead-Phase der ONKELZ zu Beginn der Achtziger Jahre beschäftigt. Hier wird nichts verschwiegen oder verharmlost. Es ist ein hartes, fast schon brutales, und daher sehr authentisches Buch. Schliesslich wurde es von einem langjährigen Fan und Freund der ONKELZ geschrieben, und nicht von irgendwelchen pseudowissenschaftlichen Dumpfbacken

VORTEX “Gladiator” - Picture-LP (Limitiert auf 500 Exemplare)
VORTEX “Laut + Lustig” - Picture-LP (Limitiert auf 500 Exemplare)
by
www.randale-records.de

Die beiden VORTEX-Klassiker von 1985 (“Gladiator”) und 1987 (“Laut + Lustig”) neu aufgelegt als Picture-LP. Dat is ja man genial! Und nicht nur das, die alten Texte und der ungeschliffene Sound dieser beiden Scheiben sind so was wie eine Zeitreise in die Achtziger Jahre. Damals hatte ich nach sechs Jahren Punk und den negativen Erfahrungen der Chaos-Tage 1984 die Skinhead-Bewegung als einzig sinnvolle Alternative zur destruktiven Entwicklung innerhalb der Punkszene entdeckt. Und bin dabei erstmals auf die Hamelner Skinhead-Band VORTEX gestossen. Das war Ende 1984. Mir wurde damals vom FRONTAL-Fanzin aus Kiel der Tape-Sampler “Deutsche Skinhead-Musik” zugeschickt, auf dem neben den HERÄRDS, BOOTS & BRACES und Wuchers BODY CHECKS (und fünf weiteren Bands) auch VORTEX mit fünf Songs vertreten waren. Songs, mit deren Texte ich mich zu jener Zeit voll identifizieren konnte. 1985 erschien dann ihre Debüt-LP “Gladiator”, die mich vollends von den Qualitäten dieser Band überzeugt hatte. Bei dem einen oder anderen Text von VORTEX mag ja heute der eine oder andere Bedenkenträger seine “politisch korrekte“ Stirn runzeln, aber wenn man die Texte der beiden LP’s im “historischen” Kontext der Achtziger Jahre betrachtet, dann sieht manches schon wieder ganz anders aus. Lange Rede, kurzer Sinn: Zwei Platten, die Ihr euch nicht entgehen lassen dürft!

OI! MANIA-Fanzine / Nr. 2 + 3 / 2005 - 2006 / 1,50 EU
by
katja@ping-bong-veterans.de
oder Homepage:
www.oimania.rockt.de

Sehr persönlich gehaltenes Skinhead-Fanzine von Katja, einem sympathischen Reneegirl aus Berlin. Die beiden Ausgaben erinnern mich von ihrem old-style-Layout und dem Inhalt her stark an die Fanzine-Kultur der Achtziger Jahre. Als man als Fanzinemacher nur eine Schere, eine Tube Klebstoff und eine halbwegs funktionierende Schreibmaschine zur Verfügung hatte, und keinen Computer mit Text- und Grafikprogram. Und man in seinen zusammengeschnibbelten Fanzines weniger Wert auf Anzeigen irgendwelcher Labels legte, als mehr auf das, was man in den Achtziger Jahren unter dem “way of life” eines Skinheads verstand: Auf Konzerte gehen, Party machen und jede Menge Spass mit Kollegen und Freunden haben. In dieser bierseligen Tradition bewegt sich auch das Berliner OI!MANIA-Fanzine. Selten habe ich in einem Fanzine soviele Fotos von saufenden Skins und Reneegirls gesehen, wie in der Nr. 2. Wobei ich den Eindruck gewonnen habe, dass die Berliner Renees bei dieser feucht fröhlichen Freizeitbeschäftigung ganz gut mithalten können! Ansonsten bietet die Nr. 2 viele geile Konzertberichte, u. a. SPRINGTOIFEL, BUSINESS und PÖBEL & GESOCKS, und kleine nette Erlebnisberichte (“Erinnerungen”) der Herausgeberin. Ein weiteres Highlight ist das Interview mit Thomas von VORTEX. In der Nr. 3 gibt es dann ein Interview mit den MIMMI’S aus Bremen, eine Funpunk-Band, die ich schon in den Achtziger Jahren nicht abkonnte. Für mich das reinste Brechmittel. Für diesen Schock entschädigt aber der zweite Teil der “Einnerungen”. Göttlich! Und die Interviews mit den MARIO BROTHERS, eine mir bis dahin völlig unbekannten Band, und dem US-Label AMERICAN DEFENSE. Und die saugeilen Konzert- und Festivalberichte. FAZIT: Zwei rundum gelungene Fanzine-Ausgaben aus der Hauptstadt Berlin, die Spass machen. Ein Muss für jeden traditionsbewussten Skinhead!

DOWINA “Brezalauspurch” / Debüt-CD / 5 Tracks (2005)
by
dowina@zoznam.sk
oder
dowina_svk@hotmail.com

DOWINA, eine fünfköpfige Skinhead-Band aus Bratislava (Slowakei), präsentieren auf ihrer Debüt-CD schnellen und kraftvollen, chorus- und gitarenbetonten (2 Git.) Streetrock. Mein absoluter Favorit auf dieser kleinen aber mitreissenden 5-Track-CD ist ohne Zweifel “Where are you now”! Eine beeindruckende und verdammt starke CD, die nach mehr verlangt! Wenn mir nur mal jemand verraten könnte, was das Wort “Brezalauspurch” bedeutet?

ENDSTUFE “Feuer frei” CD/LP
by
www.endstufebremen.de

Ende 1984 bekam ich ein Päckchen, in dem sich das Demo-Tape einer mir bis dahin unbekannten Bremer Skinhead-Band befand: Es war das Demo von ENDSTUFE. Das war vor 22 Jahren! Das geile daran ist, dass fast alle Fanzines, die in den Achtziger Jahren diese Bremer Skinhead-Band durch die Scheisse ziehen wollten, heute gar nicht mehr existieren - aber ENDSTUFE ist immer noch da. Sehr zur Freude ihrer zahlreichen (alten und neuen) Fans, wärend sich die politisch korrekten Korintenkacker sicher mal wieder die Haare raufen werden. Natürlich ist die Band älter geworden, musikalisch reifer, die Besetzung hat einigemale gewechselt (bis auf Brandy), aber was da aus den Boxen dröhnt, ist der unverwechselbare geile ENDSTUFE-Sound. Schneller und unkomplizierter Streetrock, der in seiner flotten und gradlinigen Art ganz einfach nur noch Spass macht zu hören. Zwölf neue Songs, textmässig so frech, respektlos und provokativ wie in alten Zeiten. Der absolute Hit des Albums ist natürlich “Immer mehr”! Diese trotzige Skinhead-Hymne hat für mich, wie das ganze Album, schon jetzt Kultcharakter”.

“THE WORLDWIDE TRIBUTE TO THE REAL OI” - Vol. 2 / CD
by
www.icecreamrecords.com

Das ist ja mal eine orginelle Idee! 13 internationale Punk-, Hardcore- und Glatzenbands covern OI!-Klassiker von BLITZ, BUSINESS, PETER & THE TEST TUBE BABIES, COCK SPARRER oder ANGELIC UPSTARTS. Zusammengestellt wurde diese CD-Compilation von den beiden New Yorker Hardcore-Veteranen Roger Miret (AGNOSTIC FRONT) und Onno Cromag (CROMAGS). Wobei ich mir die Bemerkung erlauben darf, dass ein paar Bands mit ihren Cover-Versionen total daneben liegen. Das grenzt ja fast schon an “Leichenschändung”! Was man von ROGER MIRET AND THE DESASTERS und ihrer Version der kultigen COCK SPARRER-Hymne “England belongs to me” nicht behaupten kann. Ausserdem IGNITE, SECOND CHANCE, THE BOUNCING SOULS, BRIGHTSIDE, HATLEY CRO-MAG & FRIENDS, DEATH THREAT, HARDSELL, VISION, MURPHYS LAW, BEANS, POWERHOUSE, FUNERAL DRESS und MILLWALL ROI & LAST RESORTS.

KAMPFZONE “Bastarde” / 12 Tracks / CD (13,50 EU, inkl. P&P)
by
NORDISC-RECORDS/NL

Lange haben die Fans dieser Band darauf warten müssen, aber nun ist sie da, die neue KAMPFZONE-CD. Nicht leise und systemkonform, wie manche “Kritiker” vielleicht gehofft haben mögen, sondern so verdammt laut und rebellisch, wie man es von ihnen gewohnt ist. Dafür stehen so Songs wie “Vollkontakt”, “Schlachtruf” oder “Heuchler & Lügner”. Die Texte dieser ostdeutschen Skinhead-Band erheben zwar nicht immer den Anspruch “pädagogisch wertvoll” zu sein (wie die Texte der TOTEN HOSEN), aber dafür sind sie authentisch - und brutal ehrlich! Und das ist der Unterschied zu den Texten vieler westdeutscher Bands, die die sozialen Realitäten, den sozialen Rassismus a’la HARTZ4, in diesem Land allzu gerne aus ihren Songs ausblenden. “Bastarde” - das ist harter und gradliniger Skinhead-Sound aus den “neuen” Bundesländern. Wütend, laut und zornig! Zwölf neue Songs, deren Texte von Violence und Stolz, Skinheads und Cops, Verrat und Freundschaft handeln - also mitten aus dem Alltag gegriffen sind. Eine letzte Bemerkung: KAMPFZONE ist ohne Zweifel eine Band die polarisiert, aber sie hat es nicht verdient von irgendwelchen abgefuckten roten Übelkrähen als Nazi-Band diffamiert zu werden.

”Where the bad boys rock” Vol.3 /LP/CD-Sampler (22 Tracks von 22 Punkrock-Bands)
by
www.peoplelikeyourecords.com

Die Freunde des guten alten Punkrock werden mit diesem Sampler aus dem Hause “peoplelikeyou-records” mal wieder voll auf ihre Kosten kommen. Ist doch auf dieser Scheibe alles vertreten, was zur Zeit in der deutschen Punkrock-Szene so alles angesagt ist. Und das sind natürlich eine ganze Menge Bands. Angefangen mit den BONES, gefolgt von den US BOMBS, THE GENERATORS, MAD SIN, THE GRIT, DEADLINE, KINGS OF NUTHIN’ - bis hin zu ROGER MIRET & THE DISASTERS, DISTRICT, THE METEORS, DIE HUNNS. Ausserdem noch ADAM WEST, BORN TO LOOSE, THREE BAD, SCHLEPPROCK...usw. Klar, dass bei so vielen, zum Teil sehr unterschiedlichen Bands und musikstiles, nicht jedes Stück der absolute Bringer ist. Kurz und knapp: Die Scheibe/CD kommt am 31.03.2006 auf den deutschen Markt. Unsere europäischen Nachbarn müssen sich noch bis zum 03.04.2006 gedulden. Ihr werdet es sicher überleben!

SCS (SUBCULTURE SQUAD) “Niedersachsenterror” (CD)
by /
www.rebellion-records.com/shop/

Ob Punk, Oi! oder Hardcore - gewürzt mit einer leichten Briese SKA bei “Pogo in Togo” - die fünf Herren von der norddeutschen SUBCULTURE SQUAD fetzen sich auf dieser CD so ungeniert und frech durch alle Subkulturen, dass einem fast schwindelig werden kann. Die Power, die die Jungs von der SUBCULTURE SQUAD dabei loslassen, erinnert mich bei einigen Stücke ein wenig an die frühen COCKNEY REJECTS, andere an die Hardcore-Heros von AGNOSTIC FRONT. Besonders gut kommt der durchgehende Chorusvocal bei den meisten der insgesamt 20 Tracks. Saugeil! Auch textmässig ist man nicht gerade “weichgespült” - und auf den Mund gefallen. Ob “Viertes Reich”, ob “Blinder Hass” oder “Nordmann”, die SUBCULTURE SQUAD bevorzugt in ihren Texten eine kompromisslose Sprache. Und das ist gut so! Ansonsten pflegt man seinen etwas brachialen way of life als Punk, Skin oder Fussballfan mit Songs wie “Artenvielfalt”, “Niedersachsenterroristen”, “Hoologans war”, “Subculture squad” oder “Wunsabilly”. Das “Sahnehäubchen” auf dieser CD ist jedoch der Song “If i give my soul” von Billy Joe Shaver (“Victory”-LP/ 1998), einer uralten Country-Legende aus Navarro County in Texas. Was die taffen Jungs von der SUBCULTURE SQUAD aus diesem ursprünglich etwas schmalzigen Cowboysong gemacht haben, ist einfach nur noch göttlich. Da läuft es einem eiskalt den Rücken runter! Ein weiterer Pluspunkt: Auf dieser CD findet sich kein einziger Durchhänger. Vom ersten bis zum letzten Track wird hier gnadenlos durchgestartet.

VIOLENCE-Fanzine / # 17 + 18 / Jede Ausgabe 2,50 EU (inkl. Porto)
VIOLENCE c/o Postfach 3409, 38024 Braunschweig

Ein Fanzine aus Braunschweig, das gar nicht erst den Versuch macht zu verbergen, dass es sich dabei um ein Skinhead-Fanzine handelt. Und so beschränkt man sich auch auf das Wesentliche: Auf Skinhead-Bands und ihre Musik. Daher gibt es im VIOLENCE-Fanzine auch keine abgedrehten Statements der linken oder rechten Art, sondern nur einen Haufen geiler Bands, Konzertberichte, Interviews und Reviews - und das am laufenden Band! Die freimütigen Antworten einiger Bands entsprechen zwar nicht immer den Regeln und Vorgaben der “political correctness”, aber das ist mir allemal lieber als die verschwiemmelten Antworten von Bands (oder Fanzinemacher), die wie die Katze um den heissen Brei herumschleichen, um sich bloss nicht das Maul zu verbrennen. Interviews mit FAUSTRECHT, BRACHIAL, DEFINITE HATE, GET OUT, NORDIC THUNDER, BLITZKRIEG, BULLETS, THE PUG UGLIES, DISCHARGER und SACHSONIA. Und natürlich jede Menge Band-, Konzert- und Szene-Fotos in hervorragender Druckqalität. Ein besonderer Leckerbissen sind die zahlreichen mit Cover bebilderten Platten/CD- und Fanzine-Reviews. Fazit: Ein gelungenes, sehr informatives Fanzine, das Lust auf mehr macht!

“THE DUBLINERS - 20 greatest hits”
(Vol. 1/2)

Wenn einem angesichts prolliger “Superstars” auf RTL, schwuchteliger Verirrungen wie Tokio Hotel oder selbst ernannter PC-Wächter nichts anderes mehr einfällt als verzweifelt aus dem Fenster zu springen, dann hilft oftmals ein Blick in das vergangenen Jahrhundert als in den irischen Pubs noch gestandene Männer mit langen Bärten die Geigen geigten, die Fiedel fiedelten, das Banjo zupften und das Arkodeon quetschen - und dabei aus vollem Hals “Whisky in the jar” gröhlten. Hey, ihr Kulturbanausen, ich rede hier vom irish-folk der frühen Siebziger Jahre. Und wer könnte diese “Volksmusik” besser repräsentieren als die irischen Folker THE DUBLINERS. Vergesst die Napfsülzen THE POGUES und ihren aufgesetzten überdrehten irish folk-punk. Hier sind die Orginale: Die DUBLINERS! Götter auf dem Olymp des irish folk! Von etwa 1963 bis 1978 waren sie die bei weitem prominenteste Folkgroup Irlands und repräsentierten die traditionelle irische Musik international fast im Alleingang. Zu ihren bekanntesten Hits zählt "Whiskey in the Jar". 1999 wurde der Song noch einmal populär als die Hardrocker von METALLICA eine Hard-Rock-Version dieses Titels herausbrachten, die in Deutschland auf Platz 23 der Single-Charts landete. Die meisten Songs auf diesen beiden best-off CDs entstammen der jahrhundertealten irischen Volksmusik und handeln von dreckigen alten Städten (“Dirty old town”), durchsoffenen Nächten (“Seven drunken nights”) und vom Kampf gegen die englischen Besatzer zu Beginn des 19 Jahrhunderts (“Free the people” oder “The Rebel”). Besonders das bierseelige mitgröhlende Publikum bei den Live-Tracks ist fantastisch. Fazit: Gehört neben dem Bierfass und dem Zapfhahn zur Standartausrüstung jeder feucht-fröhlichen Bierparty! .

“Barks of the Underdogs” Limitierte (1000) Double CD-Compilation
by
Street Justice Records / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

Sind es die multikulturellen Roots der gigantischen Millionenmetropole, die den NY-Hardcore-Sound so einzigartig und unverwechselbar für seine Fans machen? Ein besonderes Highlight im Bereich des Oldschool-Skinhead-HC bieten die sechs NY-Bands dieser CD-Compilation. Abgesehen von der ungewöhnlichen Aufmachung, die CD-Box steckt in einem Pappschuber mit den ausgestanzten Buchstaben NYHC, bietet der Inhalt der beiden Silberscheiben ein gnadenloses Hörerlebnis der ganz besonderen Art. Die erste CD in diesem knüppelharten Double-Pack bietet jeweils vier bisher unveröffentlichte (exklusive) Tracks von INHUMAN, CONDITION, PLEDGE OF RESISTANCE, FED UP und LAST CALL BRAWL. Die 2te CD bringt als Bonus 16 Live-Tracks von AGNOSTIC FRONT aus dem Jahre 1985, aufgenommen im CBGB’S. Der legendären Geburtsstätte des NY-Hardcore-Sound. Ein Muss für alle HC-Fans!

Und weiter geht mit drei limitierten (500 Exempl. je Platte) Picture-LP’s aus der edlen “Hardcore classic’s vinyl series” von STREET JUSTICE RECORDS. Wer Vinyl sammelt und ausserdem auf “klassischen” Hardcore steht, der kann diese edlen Scheiben einfach nicht ingnorieren. Mal abgesehen davon, dass jede der Platten fette 250 Gramm auf die Wage bringt - wo bekommt man das heute noch? Und wo findet man noch solch einen geniale Hardcore-Punk wie den von SICK OF IT ALL, deren harte, druckvolle Gitarren und aggressiv geshoutete Vocals mich noch immer an die Boxen fesseln können? Wobei sich die meisten Songs unterhalb der Drei-Minutenmarke bewegen, kurz gesagt, Hardcore, wie er im Buche steht. Und das alles auf durchgängig hohem Niveau. Und auf diesem Niveau bewegt sich auch der aggressive Bostoner Hardcore-Sound von SLAPSHOT. Das war die gute Nachricht - und nun kommt die schlechte Nachricht: Obwohl gerade erst rausgekommen, sind die drei Scheiben schon wieder ausverkauft.

“VOICE OF THE STREETS”-Fanzine (#8) / A5 Format / 48 Seiten
by
vots@gmx.at / homepage: www.vots.tk

Wieder mal eines dieser kleinen Fanzines, die mir besonders sympatisch sind. Erinnern sie mich doch von ihrer Aufmachung her stark an die Fanzines der Achtziger Jahre. Genug der Nostalgie, und rein ins Vergnügen. Und das beginnt mit einem fünfseitigen, äusserst lesenswerten Interview, dass Herausgeber Massimo mit Markus, dem smarten Sänger der Porzer 7ERJUNGS, geführt hat. Und die Interviews mit Markus zeichnen sich nicht gerade durch intellektuelle Oberflächlichkeit aus. Es folgt ne sechsseitige Story (incl. Interview) über die Bostoner Punkrocker THE KINGS OF NUTHIN. Besonders interessant ist der zweite Teil der SKINHEAD HISTORY AUSTRIA. Ein authentischer Bericht aus “erster Hand” über die oberösterreichische Glatzenszene in den frühen Achtziger Jahren. So was liest man immer gerne! Ebenso den Report über und mit THE BONES, den fröhlichen und trinkfesten Punkrockern aus Schweden. Massimos Platten- und CD-Reviews lassen mal wieder keine Wünsche offen. Der Junge weiss worüber er schreibt. Obwohl seine elfseitige Aneinanderreihung von Review-Texten auf die Dauer doch ziemlich ermüdend wirkt. Hier müssen unbedingt einige Grafiken her, um die Sache optisch etwas aufzulockern. Neben Storys und diversen News findet man im VOICE OF THE STREETS noch ein Interview mit den niederländischen Hardcore-Metzger THE BUTCHER. Gesamteindruck: Ein Fanzine, dass man mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen kann!

STOLZ & STIL - #17 / Das Skinzine für “Lebensart, Rebellion und Musik” aus Sömmerda in Thüringen
c/o PF 1143 / 99601 Sömmerda

Ich weiss gar nicht, wo ich bei dieser Vielfalt an Themen, Interviews, Reviews, Bands, Konzertberichten und Storys aus der Glatzenszene überhaupt anfangen soll. Jedenfalls kann man die Herausgeber dieses Zines nur gratulieren, für die Unmenge an Material, die sie auch diesmal wieder - auf 72 Heftseiten - zusammengetragen haben. Das alles in ein erstklassiges Layout gepackt, dass noch durch ne Menge Szene- und Band-Fotos getopt wird. Neben Bands wie BRACHIAL und THE CASUALS finden wir ein kleines - aber sehr feines - Interview mit Freund Markus von den 7ERJUNGS. Ausserdem den Artikel “Kahlköpfe und Janusköpfe”, der im Jahre 1987 in einem DDR-Magazin (“JUNGE WELT”) veröffentlicht wurde. “Historisch” interessant, da es sich um einen der ersten Artikel handelt, der in der sogenannten DDR zum Thema “Skinheads” veröffentlicht worden ist. Das ganze wird von dem roten Autor natürlich aus dem pseudoobjektiven Blickwinkel des “real existierenden Sozialismus” gesehen. Ein weiterer Höhepunkt ist der geile Bericht über den ENDSTUFE-Gig im belgischen “Kastelein”. Wobei die zahlreichen Konzertberichte zu den Highlights dieses Heftes zählen. Was man von der “Deutschland und Doc Martens”-Story nicht unbedingt behaupten kann. Im Gegenteil! Dieser vor Hass, Blut und Violence triefende Fake läuft total neben der Spur - um es mal zurückhaltend auszudrücken. Das hat echt schon "Unterschichtenniveau"! Ehrlich, da sträuben sich bei mir die Haarstoppeln! Für dieses peinlichen Machwerk, in dem alles an üblen Vorteilen über Skinheads zusammengepackt worden ist, was man sich in seiner pubertierenden Fantasie nur ausdenken kann, dürfte sich ein so smartes Skinhead-Fanzine wie das STOLZ & STIL doch eigendlich viel zu schade sein - oder?

“OUT OF ORDER” (#5) 92 Seiten im A5-Format (5 EU / inkl. Porto)
by “Out of Order-Zine” P.O. Box 1245, 8900 CE Leeuwarden, Netherlands
- auch bei DIM RECORDS und demnächst bei Blind Beggar Records.

Kann es sein, dass die letzte Ausgabe des OUT OF ORDER (#4) im Oktober 2002 rausgekommen ist? Correctly! Zuerst die gute Nachricht: Im Oktober 2005 ist endlich OUT OF ORDER # 5 erschienen. Die schlechte Nachricht: Wir sind beim Warten auf dieses Heft mal wieder um drei Jahre älter geworden! Wenn es in diesem Höllentempo weitergeht, wird OUT OF ORDER # 10 wohl erst im Oktober 2020 rauskommen. Ob ich das noch erleben werde? Holy Shit! Sprechen wir uns lieber im Oktober des Jahres 2020 wieder, Kameraden, dann wissen wir mehr! Genug der langen Vorrede, das dreijährige Warten auf diese Ausgabe hat sich gelohnt. Mein alter Freund Robert aus Leeuwarden in den Niederlanden bietet uns auf den 92 Seiten seines Magazins einen umfassenden Überblick über drei Jahre Skinhead- und Streetrock, und natürlich OI!-Musik. Allein 150 ausführliche Reviews über Platten- und CD’s, die in den letzten drei Jahren erschienen sind. Und das ist auch das einzige Thema in diesem grossartigen Heft: Bands und ihre Musik! Die Musik von wilden, lauten und rebellischen Bands, die mit ihrer Power und Energie alle Grenzen und Sprachbarrieren vergessen machen, und keinen Platz lassen für irgendwelche dumpfen Nationalismen. Die Interview-Section von OUT OF ORDER beginnt mit einem auf niederländisch gehaltenen Interview mit den Jungs von THE YOUNG ONES, einer jungen Oi-Band aus den Niederlanden. Es folgt ein Gespräch (englisch) mit DOWINA, einer slowakischen Streetrock-Band aus Bratislava. Danach geht es in den Süden Europas, nach Madrid, zur spanischen Streetpunkband DEPRESION (englisch). Ebenfalls aus dem Süden, aus Italien, kommt der nächste Interviewpartner, die Skinheadband THE CASUALS (englisch). Ich hatte das Vergnügen, die sympathischen Italiener im März des vergangenen Jahres auf der “Skinheads never die”-Party in Grasleben zu erleben. Beeindruckend! Neben Interviews (englisch) mit KUNTRA aus Sardinien, die für das Selbstbestimmungsrecht der Sarden, und die Unabhängigkeit ihrer von Italien fremdbestimmten Insel eintreten, oder der serbischen Punkband SKEPSA, habe ich mich über das Interview mit Thomas von VORTEX gefreut. Nicht nur, weil es auf Deutsch geführt wurde, sondern weil diese Hamelner Band bereits wärend der Achtziger Jahren für Furore unter den Skins gesorgt hatte. Nachdem sich VORTEX 1990 aufgelöst hatte, habe ich mehr als ein Jahrzehnt nichts mehr von dieser Band gehört, bis sie sich zur Überraschung aller im Jahre 2003 mit neuer Besetzung (bis auf Thomas) und neuen Songs zurückmeldete. Weitere Interviews mit der OI!-Band TUMULTO 64 (englisch) aus Brasilien, und SHORT CROPPED (niederländisch), einer jungen OI!-Band aus Flandern. Ausserdem gibt es einen umfangreichen Konzertrückblick. Und zwischendurch immer wieder geile Fotos und Grafiken. Kurz und knapp: Dieses Fanzine hat die Krone verdient!

“STREETCORE-Zine” (#1) 30 Seiten im A4-Format (5 EU)
by 44 Townend, Presteigne, Powys, LD82DW, Wales, UK
email
"<streetcore_mag@yahoo.co.uk>

The beat of the street still goes on! ist das Motto der ersten (englischsprachigen) Ausgabe des britischen STREETCORE-Zine, das letzte Woche den Weg von der Insel in meinen Dortmunder Briefkasten fand. “Although the roots of STREETCORE-Mag are fimly set in underground of oi! and street-rock”, schreibt der Herausgeber in seinem Editiorial, und so präsentiert sich auch der Inhalt des Heftes. Ausführliche Interviews mit RUN LIKE HELL, THE BLUDGERS und EAST END BADOES wechseln ab mit Feature über A PERFECT MURDER und THE TOSSERS. Ausserdem Harley Flanagan’s (CROMAGS) “HardCore Hall of Fame”. Dazu noch eine ganze Menge Fotos, Konzertberichte, Platten- und CD-Reviews. Grossartiges und lesenswertes Fanzine aus Grossbritannien, dem “Mutterland” der Punk- und Skinbewegung. Hi, Benny, is a great work!
 

“STORMTROOPERS - Das Info-Magazin für den deutschen Skinhead”
20 Seiten / A-5 Format / ohne Kontaktadresse (wohl auch besser so!)

Dieses obskure “Info-Mag für deutsche Skinheads”, das ich dieser Tage für zwei Euro auf einem Metal-Konzert erstanden habe, hat mit der realen Skinhead-Szene ebensoviel zu tun wie die Bibel mit dem Koran. Nämlich nichts! Auf der Reviewseite dieses seltsamen Machwerks werden ausschliesslich irgendwelche teutonischen Death- und Goremetal-Bands aus der tiefsten Provinz besprochen, deren Texte nur so triefen von kranken Blut- und Gewaltfantasien. Wieso dieser Scum ausgerechnet einen Skin interessieren sollte, ist mir ein Rätsel. Dann gibt es noch eine abgefahrene Story über einen geheimen UFO-Stützpunkt der Nazis unter dem Eis der Antarktis, die sich dort auf das Vierte Reich und die Weltherrschaft vorbereiten würden. Inclusive des einbalsamierten Leichnams von Adolf Hitler. Heilige Scheisse! Und falls du glaubst, schlimmer und dümmer gehts nimmer, dann folgt noch die Steigerung in Form eines “Arier-Tests”. Ich habe diesen Test gemacht, und muss bekennen, dass ich nach der von mir erzielten Punktezahl zur Gattung der “rassisch Minderwertigen” gehöre. Selten habe ich so gelacht, obwohl mir bei einigen Testfragen das Lachen im Halse steckengeblieben ist. Es reicht mir. Ich geh’ jetzt erst mal kräftig kotzen!

AGNOSTIC FRONT “To be continued” (Limitierte Picture-LP/500)
by
Street Justice Records / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany (2005)

Mit dieser optisch saugeilen (auf fünfhundert Exempl. limitierten) Picture-Disc (A-Seite: Roger Miret und seine Mannen in Action / B-Seite: Die skyline von New York) hat “SJ-Records” eine der eindrucksvollsten “best-of”-compilationen (auch als limitierte CD erschienen / Siehe Massimos CD-Review weiter unten!) über die new york-city hardcore-heros AGNOSTIC FRONT rausgebracht, die man zur Zeit finden kann. Mir ist jedenfalls nichts vergleichbares bekannt. Dass man sich bei der Auswahl der Songs auf die ersten zehn Jahre (1983 - 1993) der band beschränkt, ist einer der grossen pluspunkte dieser LP. Dadurch ist ein atmosphärisch dichter rückblick auf ein jahrzehnt gelungen, in dem sich AGNOSTIC FRONT von einer unbekannten new yorker hardcore-bands zur weltweiten ikone des ny-city-hardcore entwickeln konnte. Nicht zuletzt dank ihres charismatischen gründers und sängers roger miret, bis heute DIE stimme UND “seele” dieser band. Und diese “Seele” wurzelt im “klassischen” new yorker street-hardcore der achtziger jahre: Brutal laut, brutal schnell, brutal hart und brutal dreckig. Das alles dokumentiert diese LP am beispiel von neunzehn songs, darunter so ultimative kracher wie “liberty & justice”, “toxic shock”, “blind justice” oder “united and strong” - damals DIE streethymne der hardcore-skins. Fazit: GÖTTLICH!

BOMBECKS “Auge um Auge”
by
www.dimrecords.de

Die BOMBECKS aus Thüringen überzeugen nicht nur mit ihrem recht flotten und geil anzuhörenden Skinhead-Rock’n’Roll, auch textmässig nimmt das Glatzentrio aus Eisenach kein politisch korrektes Blatt vor den Mund. Sozialkritische Texte wie “Arbeitslose Arbeiterklasse” wechseln sich ab mit Songs über Freundschaft, Hass, Skinhead-Stolz und natürlich Fussball. Songs, die mitten aus dem Skinhead-way of life gegriffen sind - und daher auch brutal ehrlich daherkommen! Auch wenn sich die BOMBECKS mit ihren Texten nicht nur “Freunde” machen werden. “Auge um Auge” hat mich zum Fan der drei Eisenacher gemacht.

ANGEL CITY OUTCASTS “Let it ride”
by
www.peoplelikeyourecords.com

Welch einen lahmen Gaul OUTCAST-Records geritten haben mag als man sich dazu entschlossen hat, diese CD zu produzieren, das entzieht sich meiner Kenntniss. Ich halte die “Let it ride”-CD der ANGEL CITY OUTCASTS für so überflüssig wie ne Warze am Arsch. Der “new sound” dieser “new punk generation” aus LA entpuppt sich als eine fade Mischung aus klassischem Punk, Hardcore, Country, Rockabilly und Hardrock. Aus jedem Töpfchen etwas! Ach, nee, das ist mir dann doch zu viel des Guten - oder soll ich besser sagen: des Schlechten!? So isses!

EMSCHERKURVE 77/HUDSON FALCONS - “One size slits all” Splitt-CD by www.knock-out.de (2003)

Wenn die Dortmunder den Namen “Emscher” hören, dann denken sie natürlich sofort an ihren stinkenden Abwasserkanal in Dorsfeld, in dessen brackiger Brühe die gesammelte Scheisse Dortmunds herumdümpelt. Da ich aber kein Dortmunder bin, sondern aus dem zivilisierten Düsseldorf komme, denke ich bei “Emscher” natürlich sofort an die Oberhausener Punkrockband EMSCHERKURVE 77 - und das ist ja wohl ein fundamentaler Unterschied! Für alle die es nicht wissen: Oberhausen liegt in der Region Deutschlands, in der ich als geborener Düsseldorfer noch nicht einmal begraben werden wollte, aber vor achtzehn Jahren irgendwann mal hängen geblieben bin: Im Ruhrgebiet! Trotz dieser Ironie des Schicksals bin ich inzwischen zu einem richtigen "Ruhrpottler" geworden! Um mit den Jungs von EMSCHERKURVE 77 zu sprechen: Dat is der geilste Ort vonne Welt! Wer das nicht glaubt, der sollte sich mal den Song "Komm ma hier bei uns im Ruhrpott hin" von ihrer Splitt/CD reinziehen. Eine liebenswürdige Hymne auf alles, was den "Pott" erst so richtig lebenswert und sympathisch macht. EMSCHERKURVE 77, das ist herrlich unkomplizierter Funpunk, wie ihn so nur das Ruhrgebiet hervorbringen kann. Immer etwas prolliger und bodenständiger als der Rest der Republik. Und so sind auch die Texte. Da geht es nicht um so weltbewegende Dinge wie Krieg oder Frieden, nicht um Bush, böse Nazis oder andere Loser, sondern um das Leben im Ruhrpott. Und dazu gehört, neben einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus, in erster Linie Bier, Pogo und Fussball. Schliesslich sind die Jungs aus Oberhausen bekennende Fans des Regionalligisten "Rot-Weiß-Oberhausen". Fazit: Ein Ruhrpottkracher mit enormen Kultcharakter.

7ER JUNGS “One pride fits all” / CD
by
SUNNY BASTARDS (2005)

Nachdem ich mir im vergangenen Jahr das Demo der 7ER JUNGS angehört hatte, war ich der Meinung, dass man diese Glatzen-Band aus Porz am Rhein unbedingt im “Auge behalten” müsse. In deren Demo steckte verdammt viel Potential und Power, und das liess für die Zukunft doch einiges erhoffen. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Mit ihrer Debüt-CD “One pride fits all” haben die 7ER JUNGS ein musikalisches Meisterstück hingelegt, das seinesgleichen sucht - und mich vor Überraschung förmlich aus den Docs gehauen hat. Und das will in meinem Alter schon was heissen! Bevor ich mich jetzt in billige Superlativen ergehe, aber solch einen authentischen und unverbrauchten (ich nenne es mal) “stomping-anthem-oi-streetpunk” habe ich schon lange nicht mehr gehört. Genial. Hier sind keine softigen Poser am Werk, sondern taffe rheinische Jungs, die genau wissen, wo es lang zu gehen hat. Nicht nur an ihren Instrumenten, sondern auch in ihren Texten. Die erzählen vom Alltag auf der Strasse, von falschen und wahren Freunden, und vom unbändigen Stolz der Skinheads auf ihren “way of life”. Und die JUNGS rechnen ab: mit der gnadenlosen Dummheit und Intoleranz innerhalb der Szene, und mit jenen linken und rechten Polit-Schleimern, die den Skinhead-Kult für ihre engstirnigen Radikalismen missbrauchen wollen. Salute the 7ER JUNGS!

THE BUTCHER „Army of Apocalypse“ / CD (2005)

Massimo: ALL RISE!!! das sind die einleitende Worte beim ersten Song „The Butcher`s Departement of Justice“ und bei dieser Cd reißt es einen wirklich vom Hocker! Hier trifft Oldschool HC auf trashige Passagen und perfekte, punkige sing-a-long Parts. Im Gegensatz zu ihrem Vorgängeralbum „Mass Destruction Manual“ sind die Holländer etwas vom Gas gegangen, aber ich rede hier von Butcher Verhältnissen, d.h. die Songs befinden sich immer noch im oberen Viertel des Tachos, Geschwindigkeitsbegrenzungen werden nach wie vor bewusst nicht eingehalten. Den Trash Faktor ihrer Songs macht hauptsächlich die Schlagzeugarbeit aus, D.R.I. sind dabei die drei Buchstaben die auf dem Fell der Kick Drum stehen, man höre sich zum Beweis dafür nur den high speed Song „Go Fuck Yourself“ an. Doch Schnelligkeit ist nicht alles was die Jungs auszeichnet, sie nehmen auch punkige Melodien mit auf ihre Reise zur Apokalypse wie z.B. in „Goodbye Farewell“ dabei sind alle Songs noch durchsetzt mit massig Breaks und einigen Mosh Passagen, was ähnlich gutes wie diese Band habe ich in letzter Zeit nicht zu Ohren bekommen! Ehrlich! Dazu kommt noch, dass mir die Texte auch noch sehr zusagen, von übertriebenen, fiktiven und sehr sarkastischen, teils mit einem Misfits Horror Touch angehauchten Texten hin zu geradlinigen „in die Fresse“ Texten. Musik + Texte sind also ausgezeichnet und die Verpackung hinkt mit ihrem Horror Cartoon Artwork der Musik auch um nichts hinterher, deshalb grabt eure letzten Ersparnisse aus, klaut eurer Oma die Kohle oder bescheißt euren Chef, aber kauft euch bitte diese CD!
Bewertung by MAZ: 4.5/5 / G. Gruse:

OI! THE PRINT (# 17)
“The One and Only Drinkingclass Fanzine” aus Österreich.

Dieses Fanzine mit dem unverwechselbaren Format ist mir schon vor zwei Jahren begegnet. Damals noch als Beilage zum MOLOKO PLUS-Fanzine. Ich weiss nicht, ob es diese Zusammenarbeit immer noch gibt - wenn nicht, dann hat das dem OI! THE PRINT nicht unbedingt geschadet. Im Gegenteil! Ein absolutes Highlight in der aktuellen Ausgabe ist der ausführliche Report über das englische Punk-Label CHISWICK RECORDS, das (ab Mitte der Siebziger Jahre) neben mehr oder weniger bekannten Punkbands (u.a. DAMNED) auch die ersten Alben von SKREWDRIVER produziert hatte. Für mich zählen diese Scheiben zu den grossen Klassikern des traditionellen englischen Punkrock. Was mich an dem Artikel über CHISWICK RECORDS vollends überzeugt, ist die unaufgeregte Sachlichkeit und Objektivität mit der vom Autor die “frühen Jahre” von SKREWDRIVER abhandelt werden. Ein Tabu-Thema wie das über Ian Stuart und seine Mannen wird von ihm im richtigen “historischen” Zusammenhang gesehen. Das ist korrekt! Ein weiterer Höhepunkt im OI! THE PRINT ist ohne Zweifel das ausführliche Interview mit Dave Parson von SHAM69. Unvergessen ihre grandiose Streethymne: “If the kids are united”! Saugeil das Interview mit THE VOICE aus Berlin. Auch uralte Bekannte. Hab gar nicht gewusst, dass die wieder aktiv sind. Irgendwo muss ich von denen noch das Demo und ne uralte Live-Aufnahme rumliegen haben. Lassen wir es damit genug sein. Ich habe keine Lust jetzt den ganzen Inhalt des Heftes runterzubeten. Nur soviel: Es gibt noch Interviews mit DOMINATOR, THE DUCKY BOYS, MOITEREI usw. - dazu viele geile Fotos und coole Storys. Besorgt euch das Teil - and shut up!

SMELLY ANCHORS “Against all flags” / CD (2004)

Die zerfetzte Takelage knattert im Sturm und die Piratenflagge flattert wild im Föhn, wenn die alpenländischen Seepiraten der SMELLY ANCHORS in die tobenden Wellen des “Wolfgangsees” abtauchen, um dort ihre heissen Tracks abzufeuern. Kurz und knapp: Seit langem mal wieder eine CD aus Österreich, die gefällt. Nur schade, dass ich erst jetzt auf die SMELLY’s aufmerksam wurde. Das wird wohl daran liegen, “dass wir Deutsche auf Grund unserer Geschichte” sehr misstrauisch sind, was von jenseits der Alpen kommt (GRÖHL!). Schnörkelloser Streetcore mit verdammt viiieeel traditionellem OI!-Punk. Dirty Voices, ein Haufen mitgröhlverdächtige Songs! Da pogen nicht nur die Gemsen auf der Alm - da wackelt sogar der “Grossglockner”! Reicht das, um diese CD zu charakterisieren? Na also!

ENPUNKT (# 42)
c/o Klaus N. Frick, Postfach 2468, D-76012 Karlsruhe

Vor zwei drei Wochen überraschte mich der Herr Frick mal wieder mit der neuen Ausgabe seines ENPUNKT, der "Zeitschrift für Revolutionäre Tanzmusik". Wenn ich mich nicht irre, dann müsste dieses Fanzine auch schon zwanzig Jahre auf dem Buckel haben. Wenn du das Teil aufschlägst, fühlst du dich in die Achtziger Jahre zurück versetzt. Das liegt daran, dass der Macher des ENPUNKT seinem Layout über all die Jahre treu geblieben ist. Und auch seiner etwas ungewöhnlichen Covergestaltung. So überraschte er seine Leser diesmal mit einem Touch neostalinistischer agitprop-art. Proletatierer aller Länder vereinigt euch zum disco dancing unter dem Sowjetstern. Aber vielleicht ist diese Grafik auch nur ein Souvenier vom letzten Kuba-Urlaub! Kann mir mal jemand die Frage beantworten, was deutsche Touristen in die rote Diktatur des Fidel Castro treibt? Und damit hätten wir schon die passende Überleitung zu dem gefunden, was mir am ENPUNKT (und anderen Fanzines) nicht gefällt, das sind diese öden Urlaubs- oder auch Reiseberichte. Die haben immer so was alternativ birkenstocksandalenhaftes an sich. Der deutsche Gutmensch auf Reisen, immer auf Seiten der von dumpfen Ballerman-Teutonen ausgebeuteten Eingeborenen. In der aktuellen Ausgabe des ENPUNKT bereiste Klaus Frick das “Rentnerparadies” Teneriffa. Heilige Scheisse, waren das herrliche Zeiten als die deutschen Fanzinemacher ihren Urlaub noch in den besetzten Häusern auf der Hamburger Hafenstrasse oder in Berlin-Kreuzberg verbracht haben (inclusive deftiger Strassenschlachten mit den Bullen), und nicht in der “Tiroler Alm” in Porto de la Cruz auf Teneriffa (inklusive RANDFICHTEN mit “Lebt denn der alte Holzmichel noch?” in der spanischen Musikbox ???). Neben Teneriffa bietet der ENPUNKT noch einen Haufen Platten- und CD-Reviews. Dazu jede Menge Storys über dieses und jenes, ein paar Konzertberichte von da und dort, Reflexionen über dies und das - und viele nette Grafiken. Keines der üblichen, sondern das etwas andere Fanzine! Durchaus lesenswert. Hat für mich fast schon Kultcharakter!

“I want you for hardcore”-Split-CD
mit UNDER ONE FLAG und AGRESSIVE THREAT by
Street Justice Records / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany (2005)

Massimo vom “”Voice of the Streets-Zine: “I want you for Hardcore” ist das Motto dieser Split CD der beiden Ami HC Bands. Diesem Ruf kann man getrost folgen, denn solange HC so klingt wie auf dieser Split Cd, gibt es an diesem Motto überhaupt nichts auszusetzen. UNDER ONE FLAG waren mir irgendwie schon bekannt, ich glaub die haben schon mal was auf NGS Records herausgebracht, wie auch immer… hier sind Leute von PITBOSS aktiv, ähnlich kompromisslos klingt ihr tough guy oldschool HC. Sie versprühen Aggression und Wut aus allen Poren, der uns wie ein Güterwagon mitten in die Fresse trifft, aufgefrischt wird das Ganze durch, im Youth Crew Stil gehaltene Chöre. Nach ihren 5 eigenen Kampfhymnen covern sie mit „Just can’t hate enough“ noch SHEER TERROR’s Hasstirade schlechthin. Die zweite Hälfte der 12 Songs, die auf dieser Cd vertreten sind, wird von den AGRESSIVE THREAT geliefert. Eine neue Band rund um den Sean von der Wiener Combo SPIDERCREW. Ähnlich wie bei der SPIDERCREW geht der Sound auch etwas mehr in die Streetcore Richtung, ohne aber dabei den oldschool Touch zu verlieren. Wie z.B. bei Songs wie „Police Bluelality“ oder „Keep on Punchin’“ in denen auch mehr Melodie vertreten ist. Mein Lieblingssong von ihnen bleibt aber der Introsong „These Eyes“, welcher aus drei ineinander verschachtelten Songs besteht. Auch die AGRESSIVE THREAT covern einen Song, ihre Wahl fällt dabei auf einen der besten Oi! Songs der je geschrieben wurde „Chaos“ (4SKINS), doch den vermiesen sie mir leider, nö Leute so klingt das wirklich nach nichts! Dafür überzeugen die restlichen Songs, auch wenn die UNDER ONE FLAG eindeutig die Gewinner dieser Split bleiben. Ihr bekommt hier aber mal auf jeden Fall 12 Songs = 25 Minuten guten, alten HC geboten, der keinen Trends nachläuft, als kleines Extra gibt es dazu noch eine so genannte „Hundeplakette“, ich bin darauf der Agressive Threat / Under One Flag Supporter Nr. 298 von 500, also müsst ihr euch wohl oder übel wieder ranhalten, bevor diese feine Split Cd ausverkauft ist!
Bewertung: 4/5 (MaZ)

G. Gruse: Massimos CD-Review hat wie immer den Nagel auf den Kopf (oder den Hardcore-Skin auf die Glatze) getroffen, so würde alles was ich jetzt noch über diese CD schreiben könnte, nur ‘ne Wiederholung dessen sein, was ihr gerade erst gelesen habt. Jedenfalls hat STREET JUSTICE-Records mit dieser limitierten Splitt-CD wieder einen genial brutalen Hardcore-Kracher gezündet. Beweis: Mein Kollege “Warhammer” (EX-HELLHAMMER-Git.), ein eingefleischter SHEER TERROR-Fan, peitscht das Teil mindestens zweimal am Tag durch unsere Firmenanlage. Das baut auf!

The Good - The Bad - The 4Skins Tribute” - CD-Sampler
by
WORKERS UNITED RECORDS (2004)

In der Regel sind Platten oder CD’s, die nur aus gecoverte Songs bestehen, ziemlich öde und fad. Wenn sich aber heutzutage dreizehn Ska-, Oi!- und Streetpunk-Bands zusammenfinden, um der legendären Skinheadband THE 4SKINS (the “Godfathers” of british Oi!) ihren Tribut mit gecoverten Songs der britischen Oi!-Veteranen zu zollen, dann ist das einfach nur noch geil. Ob SOCIAL COMBAT mit “Clockwork Skinhead”, MADDOG SURRENDER mit “Evil”, WEEKEND WARRIORS mit “A.C.A.B.” oder das “Sorry” der DEAD HEROS - die Bands behalten dabei ihren eigenen Stil und Background bei, wie z.B. EMSCHERKURVE77 aus Oberhausen (Germany) mit ihrer deutschsprachigen Coverversion von “Remembrance day”. Übrigens die einzige deutsche Band, die auf diesem Sampler vertreten ist. Dann wären dann noch Bands wie NO CLASS HEROES mit “Yesterdays Heros”, MOBTOWN HOOLIGANS mit “Jack the lad”, ALTA TENSION mit dem Kultsong “Chaos”, THE BOLSHEVIKS mit “Justice”, A.P.A. mit “One law for them”, THE PIETASTERS mit “Plastic gangster”, THE READY STEADY GO! mit “Seems to me” und MANINBLACK mit “1984” - sie alle beweisen, dass Coversongs nicht unbedingt eine peinliche Kopie des Orginals sein müssen.

BOOTSTROKE “Give em the bootstroke” / CD (2005)

Granatenscharfer Streetpunk aus Griechenland. Jau, aus dem Land der Griechen gelangen nicht nur scharfer Ziegenkäse, süsser Wein und billige Bauarbeiter ins ferne Germanien, sondern hin und wieder auch mal ‘ne rattengeile CD. Und dieses Vergügen habe ich der Erstürmung der griechischen Hauptstadt Athen durch den mecklenburgischen VOLXSTURM zu verdanken. Wie ich aus berufener Quelle erfahren konnte, haben die Mecklenburger die Akropolis nicht zerlegt. Die war schon vorher nur noch ein Trümmrhaufen. Einer dieser norddeutschen Recken, Kollege Hinkel, war so liebenswürdig (oder so nett - oder was auch immer), mir eine Kopie seines Athener Beutegutes zu überlassen - und ich muss sagen, er tat gut daran. Obwohl ich von den Texten dieser Band nichts, aber auch gar nichts verstanden habe. Irgendwie erinnert mich nämlich das griechisch von BOOTSTROKE an das serbokroatisch von POTRES - und beide Sprachen sind für mich so was wie “böhmische Dörfer” - aber Hallo! Und so kann ich nur eines feststellen, egal was die Jungs von BOOTSTROKE textmässig so alles von sich geben (vielleicht “Ich liebte ein Mädchen aus Griechenland, das die Liebe am schönsten beim Kriechen fand”?), auf dieser CD präsentieren sie verdammt geilen Streetpunk! Bereits das erste Stück (irgendetwas über “Bootsboys”) zeigt das ganze Potential der Hellenen. Da ist die kraftvoll rauhe und energische Stimme des Sängers (die mich ein wenig an den fantastischen Sänger von NABAT erinnert), da sind göttliche Chorus-Sequenzen, da ist ein furioser Schlagzeuger und da sind jede Menge mitreissender Songs. Wie z. B. “Skinhead”. Wenn ich doch nur die Texte verstehen könnte! Kurz gesagt, eine CD, die nach mehr verlangt.

STRIKEBACK “Raging Heart” / CD (2004)

Ist das nun Streetrock, Metalpunk, Hardcore, Streetcore, Streetpunk oder Hardcore-Metal? Oder von allem etwas? Ich weiss es nicht! Und nach dem ich mir die CD angehört habe, weiss ich es immer noch nicht. Die Band weiss es wohl auch nicht und bezeichnet ihre Musik daher als “Melodien der Straße - ehrlich, kompromisslos und unbequem”. Musikalisch sauber, ziemlich hardcorepunkmässig, aber ein entsetzlicher Gore-Metal-Quetsch-Gesang verdirbt einem jede Lust und Laune dieser CD etwas positives abgewinnen zu wollen. Der Gesang der Österreicher hört sich nämlich so an, als wollten sie nicht nur ihre Lungenflügel, sondern gleich auch noch ihre Eingeweide rauskotzen. Aber es ist wie mit den Muscheln, hin und wieder findet man in ihnen ‘ne Perle. Und so verhält es sich auch mit dieser CD. Da gibt es nämlich ganz am Ende einen Song, der mich wieder ein wenig mit dieser CD versöhnt hat: “That’s Oi!”. Das ist Oi!/Punk vom allerfeinsten, da passt einfach alles, sogar der Gesang. Mehr solche Songs, STRIKEBACK, und Ihr seid auf dem richtigen Weg. Oi! for ever!

VOLXSTURM “bi uns tu hus...” / CD (2004)

Moin...Moin, kann ich da nur sagen - oder ein kräftiges Prost! Dank des tierisch geilen Covers dieser CD weiss ich jetzt endlich, wie und wo die Mecklenburger an ihr Bier kommen. Hier bei uns im Ruhrgebiet geht man zum Kiosk, in Mecklenburg geht man in den Kuhstall! So ist das, “bi uns to hus...”! Da gehen die Uhren halt anders, immer etwas langsamer als im Rest der Welt. Womit ich aber nicht die Behauptung aufstellen möchte, dass die Mecklenburger nicht richtig ticken. Im Gegenteil! Den besten Beweis liefern uns die Jungs vom VOLXSTURM. Mecklenburgische Landjünger der ganz besonderen Art. Und seien wir bloss dem Schicksal oder sonstwem dankbar, dass die Jungs sich für eine Karriere als Musiker enschieden haben, und nicht unbedingt Weltmeister im “Kuhfladenwerfen” werden wollten. Mit diesem Titel hätten sie zwar die Chance gehabt, bei “Wetten das?” aufzutreten (“Wir wetten, das unsere Kuhfladen weiterfliegen als der Diskus des amtierenden Olympiasiegers!”), aber ich hätt’ nie die Chance gehabt, diese CD in den Player zu schieben. Und Ihr auch nicht! Und das wäre wirklich schade gewesen. Denn was die taffen Jungs aus Mecklenburg auf dieser CD abbrennen, ist ein rasend buntes Feuerwerk aus geiler Musik, guter Laune und korrekter Lyrik. Deutschsprachiger Oi!/Punk par exellence!

STOLZ & STIL # 16 / Das Skinzine aus Thüringen
c/o PF 1143 / 99601 Sömmerda

Eigendlich hätte die neue Ausgabe des STOLZ & STIL ja vom Layout, Schreibstil und Informationsgehalt her mindestens fünf Sterne verdient, wenn da nicht... - aber dazu später mehr. Also der Reihe nach. Voll überzeugt hat mich das Interview (auf Seite 3) mit der brasilianischen Oi!-Band EXPULSOS DO BAR (Lokalverbot). Nicht nur, weil in den meisten deutschen Skinhead-Fanzines tiefergehende Infos über die brasilianische Oi!- und Skinszene ehr spärlich gesät sind, sondern weil man in diesem Interview auch einiges über die beschissenen Lebensumstände in diesem südamerikanischen Land erfahren kann. Bleiben wir in Brasilien. Um die Skinhead-Szene in der Millionenstadt Sao Paulo geht es in der Story “Arrested by murder” (Seite 34). Verfasser ist der 30-jähriger Skinhead “Glauco” aus Sao Paulo. Wie der Titel schon sagt, geht es in diesem Bericht um Mord, genauer gesagt, um den Mord an einem Homosexuellen. Die mutmasslichen Täter sollen aus der Glatzenszene Sao Paulos kommen. Aus authentischer Quelle erfährt man einiges über die Hintergründe dieser Tat, und über deren Folgen für die brasilianische Skinheadszene. Im Zusammenhang mit diesem Mord sitzen bereits achtzehn Leute (darunter eine Frau) im Knast. Und was in Brasilien Knast bedeutet, na ja, dagegen ist ein deutscher Knast wohl so was wie ein Vier-Sterne-Hotel. “Hate the state and love your country” heisst ein kleiner Kommentar von “MaZ” (Seite 8), in dem er sich kritisch mit der politischen und sozialen Realität hierzulande auseinandersetzt. Damit hat er voll den Nagel auf den Kopf getroffen! Eine Regierung, die es zulässt, dass abertausende deutsche Arbeitsplätze von osteuropäischen Lohnsklaven besetzt werden, die ist es nicht wert, geachtet zu werden. Lasst es mich mal so kommentieren: Wer hat Deutschlands Arbeitnehmer verraten? Schröder und die deutschen Sozialdemokraten! Aber zurück zum STOLZ & STIL! Es folgt ein ausführliches Gespräch mit den niederländischen Streetrockern von GET OUT, die ich bisher nur vom genialen “DRUNK’N’PUNK IN BRABANT”-Sampler kannte (Seite 11). Ein weiterer Höhepunkt im gnadenlosen Frage und Antwortspiel des STOLZ & STIL ist das Interview mit dem Sänger (und Bassist) der belgischen Band LIONS PRIDE (Seite 62). Der Typ besticht nicht nur durch besonders ausführliche, sondern auch noch durch besonders intelligente Antworten. Das gefällt. Und nun zu meinem (einzigen) Kritikpunkt: Was mir ganz und gar nicht nicht gefällt, ist die Richtung die die Fortsetzung von “Deutschland & Doc Martens” annimmt (Seite 40). Lasti, alter Freund, nimm mir meine Kritik nicht übel, Du hast zwar eine geile und lockere Schreibe, aber Du suggerierst damit ein Skinhead-Bild, das ich so nicht nachvollziehen kann - und will. Bist Du nicht im Begriff das zu wiederholen, was viele Glatzen dem Film “Oi!-Warning” vorgeworfen haben: nämlich VORURTEILE zu schüren? Das “Eis”, auf dem Du dich da bewegst, ist verdammt dünn! Stehen “blood and violence” (oder die anschleimende “Kameraderie” aus der rechten Politszene) wirklich für den alltäglichen “way of life” der Skinheads? Ich glaube ehr, dass die übergrosse Mehrheit der Skins, die sich abends ihre Doc’s schnüren und losziehen, garantiert nicht in einer Schlägerei mit den Bullen, Punks, Türken, oder in einer rechtsextremen Versammlung oder im Krankenhaus landen, sondern auf Konzerten, Partys, Meetings, oder bei ihren Kumpels in der Kneipe. Und dieser Bezug zur Realität fehlt mir in Lastis Story. Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass ich meine “Skinhead-Sozialisierung” in den Achtziger Jahren erfahren habe, und aus diesen Erfahrungen heraus die Glatzen-Szene wohl mit anderen Augen sehe als er. Vielleicht ist sogar meine Sicht der Szene mehr subjektiv als objektiv! Und deshalb kann ich mit meiner Kritik auch falsch liegen. Aber das sollen die STOLZ & STIL-Leser doch lieber selber entscheiden! Begeben wir uns also weiter auf unserem StreIfzug durch dIe reale skinhead-world des STOLZ & STIL-Fanzine. Und da stossen wir auf das Interview mit LAST RIOT, den “bösen Jungs” aus Sachsen/Anhalt (Seite 48). Nicht ganz so aussagekräftig wie die anderen Interviews. Man plaudert halt über dieses und jenes und über die Band im besonderen. Eine verdammt geile Band scheint mir BOTTLE JOB zu sein, eine Oi!/Punk-Band aus London, die kürzlich ihr Debüt-Album “You and whose army” rausgebracht hat. Dazu auch ein ausführliches Interview mit dem Sänger Phil (Seite 20). Natürlich gibt’s im STOLZ & STIL nicht nur Interviews, schliesslich bietet das Heft achtzig Seiten, sondern auch Konzertberichte, Neuigkeiten, Platten/CD/Tapes- und Fanzine-Reviews usw. - und natürlich jede Menge Fotos. Dank an das Team vom STOLZ & STIL. Jungs, Ihr habt mal wieder erstklassige Arbeit abgeliefert.

VOICE OF THE STREETS / Fanzine für Underdogs #7
Contakt:
mazzimoi@hotmail.com oder über die Homepage

VOICE OF THE STREETS kommt aus der Ostmark...ups..natürlich aus Österreich, genauer gesagt aus Innsbruck. Im DIN A5 Format und auf 44 Seiten präsentiert VOTS-Macher Massimo zahlreiche Infos, interessante Interviews (unter anderem mit der spanischen Streetrock-Band Social Combat) und ‘ne Menge fetter CD- und Platten-Reviews rund um die Oi!-, Punk-, HC- und Ska-Szene. Besonders interessant ist der “Skinhead-History Austria”-Artikel, in dem es um die Glatzenszene in Niederösterreich in den 80/90 Jahren geht. Weniger interessiert hat mich das “Kampfsportspecial” (aber wem’s gefällt!), um so mehr aber das Interview mit der mir bis dahin unbekannten Berliner Streetcore-Band TOXPACK. Kurz gesagt, eine gelungene Ausgabe! Abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam.

 

VANDALEN - "GEISERICHS RACHE" - DAS TAPE / 1986
FORCE OF HATE-History-CD / VOL.6 / Lim. auf 150 Exempl. Infos zur History-Serie unter
history@force-of-hate.net

“Elvis” from Vaduz (Liechtenstein): Hatte schon lange keine solche Vorfreude mehr, wie bei dieser CD. Auf der FORCE OF HATE Homepage diente schon "Skinhead Spass" als Hintergrundmucke im virtuellen Gästebuch, so dass sich der Internet-User schon mal ein Bild dieser 80er Skinband aus Hildesheim machen konnte. Allein dieser Song haute mich schon weg. Mal ehrlich: Der Song ist abosluter Minimalisten-Oi in einer miesen Tonqualität (für eine Demo-Aufnahme allerdings mehr als in Ordnung!), was aber für mich eigentlich kein Minuspunkt ist. Im Gegenteil, dass Teil hört sich herrlich altmodisch und authentisch an. Die CD ist schon interessant, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein ORIGINAL DER 80ER JAHRE handelt. Heutzutage wird man überflutet mit Oi!-Produktionen, die oft natürlich auch in musikalischer Hinsicht mehr auf dem Kasten haben als damals die VANDALEN. Aber wir reden hier von den Anfängen des deutschen Oi. Das Original reizt einfach mehr. Das ist wie mit dem 1000-Fach gecovertem "Chaos" der guten alten 4 SKINS. Ist zwar immer wieder schön neue Versionen zu hören, aber schlussendlich ist das Original einfach am geilsten. Wie viele deutsche Bands dieser Art haben es bis 1986 schon zu Aufnahmen gebracht? 4? 5? Also hier werden 11 Lieder meist im Mid-Tempo Bereich geboten. Auch langsamere Stücke werden gespielt wie z.B. bei "Der kleine Schleimer". Dazu noch ein Ska mässiges Stück namens "Zecherparties", dass mich ein bisschen an die ONKELZ erinnert ("7 Tage ohne Sünde"). Die Texte sind ziemlich einfach gehalten, aber das ganze hört sich ehrlich an was dann auch sympatisch rüberkommt. Man ist UNPOLITISCH, hat aber eine EIGENE MEINUNG. Recht so! Es geht um Randale, Saufen, Skinheads etc. aber auch um "ernstere" Themen, wie zum Beispiel bei "Der Papst hat Aids" oder "Das Blut der Armen". Die Titel sprechen für sich und es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Bei "Vergangenheit" zieht man einen Schlussstrich unter die ewige Braun/Rot-Diskussion in Deutschland. "Skinhead-Spass" bleibt für mich der absolute Höhepunkt, allerdings lohnen auch die meisten anderen Songs. Jedenfalls bin ich froh das sich in der Kategorie deutscher "Old-School Oi" im CD-Regal eine weitere Lücke gefüllt hat! Also wer auf den einfachen alten Oi!-Sound steht sollte das Teil auf jeden Fall sein eigen nennen können, und für 5 Euro ist das sowieso fast geschenkt.

AGNOSTIC FRONT “To be continued” (the best of) -
by
Street Justice Records / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany (2005)

Massimo by “”Voice of the Streets-Zine: Wolltet ihr nicht auch schon mal am Rad der Zeit drehen? Also ich schon und das Dortmunder Label Streetjustice Rec. anscheinend auch, denn mit dieser Veröffentlichung geht es zurück ins New York der 80er und 90er. Genau dieser Zeitraum wird nämlich mit dieser „Best Of“ Cd abgedeckt, von 1983 – 1993, also von der ersten 7“ der AF „United Blood“ bis zur „Last Warning“ Lp/Cd. Passend zum Zeitrahmen der Erscheinungen kommt auch der Sound daher, alles schön roh und ungeschliffen, hier gibt es also keine überproduzierten technischen Spielereien zu hören, sondern oldschool Hardcore in seiner ureigensten Form, wie ihn die AF nun schon seit mehr als 20 Jahren zelebrieren! Die Songs sind alle einigermaßen bekannt, wie z.B. „Victim in Pain“, „Public Assitance“, „Blind Justice“, „One Voice“, „United and Strong“, „Crucified“, doch gibt es auch ein paar nicht so bekannte Stücke auf der Scheibe, wie z.B. „New Jack“, oder „Time will come“, eigentlich ist es aber egal ob bekannt oder unbekannt, die Songs kicken nämlich alle und das nicht zu knapp! Verdammt, holt euch ein paar Kumpels nach Hause, legt die Cd in die Stereoanlage und ihr habt euer eigenes CBGB´s Matinee bei euch im Wohnzimmer. Eure Freude werdet ihr nicht nur am Sound sondern auch am Booklet haben, das kommt sehr edel daher, mit hochwertigen Kartonpapier und einigen „Backpapier“ Seiten (um mal einen Fachausdruck zu verwenden haha), bestückt mit allen Texten, Bildern, Plattencovers und Liner Notes von Mad Marc. Die, von einem Pappschieber umhüllte, Cd ist auf 1000 Stück limitiert und laut Insider Angaben schon so gut wie ausverkauft, also sichert euch zumindest die zweite Pressung „…before it´s too late!“

Der BEWÄHRUNGSHELFER ist das fanzine mit dem seltsamsten impressum, das ich je in händen gehalten habe. Impressum? Sorry, aber das ist das kleine eckchen unten auf der inneren coverseite, wo steht, wer den ganzen schwachsinn zu verantworten hat, und wo man ihn bekommen kann, den schwachsinn ... ahäääm ... das fanzine natürlich. Aber beides sucht ihr hier vergebens. Dieses teil ist nämlich gar kein fanzine (also eine “veröffentlichung im sinne des pressegesetzes”), sondern etwas ganz anderes; schliesslich heisst dort das impressum auch nicht impressum, sondern opossum! Aber “WAAAS anderes”, das bleibt auch weiterhin ein grosses geheimniss. Ich wage jedoch die kühne behauptung, dass es sich bei diesem mysteriösen machwerk um das kürzlich in insolvenz gegangene “mitteilungsblatt der hessischen metzger” handelt, und früher mal DER FRÖHLICHE KOPFSCHLÄCHTER hiess. Das sagt doch wohl alles, oder sehr vieles über den (brandwein)geistigen zustand seiner (nicht)verantwortlichen (nicht)herausgeber! Halten wir also fest: Der BEWÄHRUNGSHELFER existiert nicht, aber er findet trotzdem immer wieder den weg in meinen (realen) briefkasten. Nicht wahr, norbert? Du “kleiner” schelm! Und diesmal war es gleich ne doppelausgabe (# 9 und # 10). Halleluja! Und jetzt stellt sich mir die frage, wie bespricht man eigendlich eine sache, die gar nicht existiert? Irgendwie ist das wie mit der ehemaligen DDR. Die hat bis weit in die achtziger jahre auf der wetterkarte von ARD und ZDF auch nicht existiert - und war trotzdem da! Am ende über vierzig jahre! Ätsch! So alt ist der BEWÄHRUNGSHELFER natürlich nicht, und er kommt auch nicht so alt daher, obwohl die hefte im edlen fanzinestil (a5-format/sw) der achtziger jahre gehalten sind. Aber diese längst überfällige rückbesinnung auf die alkoholgetränkten werte und versoffenen ideale der achtziger jahre verpasst dieser double-issue - hä? - einen gewissen nostalgischen touch! Und den hatte auch der 9seitige bericht über die besinnliche kaffefahrt einiger hessischer szene-veteranen zum 10te ISD-memorial-festival nach england. Und was erwartet uns da? Etwa neun seiten voller wehmütiger erinnerungen an irgendwelche “heros” unserer politisch nicht immer korrekten vergangenheit? Weit gefehlt, meine freunde, eine magere seite über das ISD-memorial-festival, dafür aber acht fette seiten mit merkwürdigen reise- und orgiastischen sauferlebnisse. Sooo hab’ ich es gern! Das ist das wahre leben! Real bis surreal! Besonders, wenn dem verfasser des festival-berichts auf dem flug nach england (“Booombeeen, Booombeeen, Bombeeen auf Engeeeland!”) eine kopie - oder gar ein klon? - des “führers” begegnet - ich hätt’ ja ehr mit rudi hess gerechnet. Oder wenn unser held im hardcore-suff vergisst, die bedienungsanleitung einer “sich selbst aufblasenden luftmatratze” zu lesen. Göttlich! Das sind die kleinen dinge, die das leben eines skinheads so richtig lebenswert machen. Aber in der aktellen doppelausgabe des BEWÄHRUNGSHELFERS begegnet uns nicht nur ein längst verblichener Ian Stuart (wenn auch nur am rande, schliesslich war er ja der anlass dieses memorial-festivals), sondern auch so qicklebendige bands wie VORTEX aus hameln. Eine skinhead-band, die schon vor zwanzig jahren ihre markanten duftmarken in die deutsche Glatzenszene setzte (Ich erinnere mich dabei an eine gewisse partynacht anfang 1986, im proberaum der dortmunder IDIOTS - hui!...). Bevor ich mich jetzt aber zu sehr in den einzelheiten des BEWÄHRUNGSHELFERS verliere, sollte jeder in sich gehen und sich mal fragen: “Warum steckt der BEWÄHRUNGSHELFER nicht in MEINEM briefkasten?” Eine gute frage, freunde, denn was euch hier entgeht ist doitsche skinheadkultur pur. Und deren macher saufen und feiern sich durch die szene, dass es eine wahre froide ist. Aber dass der gute alte norbert in seinem graslebenbericht einfach so behauptet, ICH sei schuld daran, dass der BEWÄHRUNGSHELFER überhaupt existiert, das werde ich ihm nie verzeihen. Man hat ja schon vieles über mich in die welt gesetzt, aber SO ETWAS noch nicht - und deshalb freu’ ich mich schon tierisch auf die nächsten zehn ausgaben! Weiter so, freunde!

THE GENERATORS “The winter of discontent”
by www.peoplelikeyourecords.com

Ich hab die GENERATORS-CD in den Player geschoben und mir das Teil angehört. So weit so gut! Und dann habe ich etwas getan, was ich nur selten tue. Ich habe mir die CD gleich nochmal angehört. Aber diesmal etwas aufmerksamer. Ich bin jetzt nicht so vermessen, zu behaupten, dass sich die US-Boys mit diesem Album schon zu ihren Lebzeiten so etwas wie ein Denkmal gesetzt haben, aber ein unüberhörbarer Meilenstein des melodischen “LA.-punk-rock’n’roll” ist ihre “The winter of discontent”-CD allemal! Hier verbindet sich die kraftvolle Energie des la.-punkrock mit den traditionellen (mitgröhlfördernden) elementen britischer pubhymnen.

“13 YEARS OF LOVE AND HATE” - CD-Sampler
by “halb 7 records” / Askanische Str.13 / D-06842 Dessau

Auf diesem CD-Sampler von HALB 7 RECORDS aus Dessau ist wohl alles vertreten, was die schwarzen Herzchen des kurz- und bunthaarigen Pöbels höher schlagen lässt. Und einen altgedienten und abgebrühten Szene-Veteranen wie mich zum respektvollen Staunen bringt. Street- und Punkrock, Hate- und Hardcore, Skinhead-Power, Punkabilly und SKA! Hab ich auch nix vergessen? Ich glaube nicht. Auf jeden Fall knallt Euch dieser Sampler ne volle Dröhnung aus “Liebe und Hass” um die Ohren. Dafür bürgt schon der geile Arsch der Punkerin auf dem Coverposter (rausnehmen und aufklappen). Ich kann Euch eines versprechen: Dieser Arsch ist das optische Vorspiel zu einem musikalischen Orgasmus der ganz besonderen Art. Und den verpassen Euch Bands wie THE FLANDERS (“Buried alive”), LOIKAEMIE (“Remember”), VOLXSTURM (“Biertrinken ist wichtig”), NOTGEIL (“Bierrevolutuon”), 7ER JUNGS (“Stiefel im Gesicht), ANTI X (“Freiheit spüren...”), POLICE SHIT (“Provokation”) oder DIE TORNADOS (“Rising sun”). Um nur einige von den insgesamt 26 (!) Bands zu nennen, die auf diesem höllisch geilen Sampler vertreten sind. Kurz gesagt: Eine “Zusammenrottung” an Combos, wie man sie in dieser gelungenen Zusammensetzung nicht alle Tage findet. Hier passt alles zusammen! Ohne Ausnahme. Besorg Dir das Teil, so lange Du noch eine Chance hast, später wirst Du es mal bereuen. Prognose: Absolut kultverdächtig !!!

On this Sampler, from Halb 7 Records, you´ll find everything, that makes the black hearts of all the“short – and colouredhaired Mob”, go faster. Even an old-school Veteran like me is astonished. Srtee- and Punkrock, Hate- and Hardcore, Skinhead-Power, Punkabilly and SKA! Did I forgot something? I don´t think so. This Sampler blows you away with “love and hate”. By the way..the Ass of the Covergirl is a jewel! This ass is the optical first step to an musical orgasm. This orgasm will be delivered by bands like THE FLANDERS (Buried Alive), LOIKAEMIE (Remember), VOLXSTURM (Biertrinken ist wichtig (Drinking beer is important)), NOTGEIL (Bierrevolution (Beerrevolution)), 7´er Jungs (Stiefel im Gesicht (Boots in the Face)), ANTI X (Freiheit spüren…(Feel freedom)), POLICE SHIT (Provokation) or DIE TORNADOS (Rising Sun). Just to name a few of this 26 hot Bands, which are featured on this sampler. To make a long story short: A “Gathering” of combos, you won´t find every day. Everything´s fitting, without exeption. Get this Sampler as long you´ve the chance to, you´ll repent if not! Absolutely cult!

BRACHIAL: “Demo 2004” / Demo-CD
by
www.brachial-skins.de/

Die glatzengruppe BRACHIAL ist eine neue, überregional noch unbekannte junge band aus dem bundesland sachsen-anhalt, die sich mit so einer sympathischen frische und unbekümmertheit durch ihr demo zupft, gröhlt und hämmert, wie man es auf den cd’s der “etablierten” bands nur selten hört. Gegründet im herbst des jahres 2003, haben die fünf jungs von BRACHIAL mit den elf tracks auf ihrer cd bewiesen, das sie auf dem richtigen trip sind. Und das ist der traditionelle deutschsprachige skinhead-rock’n’roll - ohne wenn und aber. Meine favoriten sind “dummschwätzer” (bei dem song hatte ich so einige leute im hinterkopf, na ja...) und “so ist es”. Und natürlich der hervorragende coversong “winter in der brd” von den “gottvätern” des deutschen skinhead-rock’n’roll - endstufe! Fazit: Ein band, die viel potential und power besitzt!

BRACHIAL, a new, young Skinhead-Band from Sachsen-Anhalt, which deals with a fresh and “naïve” (positive!!!) Demo. It hammers, they growl..something I miss on cd´s from established bands. Founded in autumn 2003, this five guys improve with their 11 tracks that their on the right way; this way is thetraditional, germantongued Skinhead-Rock’n’Roll! My faves “Dummschwätzer” (Dumbass) (well, I got some persons in the back of my mind…) and “so ist es” (so it is), and of course the covertune of “Winter in der BRD” (Winter in GDR) from the “Godfathers” of german Skinhead Rock´n Roll - ENDSTUFE!

“Glatzenparty Doitschland” - Tape-Sampler (90 Min.)

Du nimmst ein Tape in die Hand, und glaubst, die Zeit sei stehengeblieben. So ist es mir mit dem “Glatzenparty Doitschland”-Tape ergangen. Irgendwie erinnerte mich das Teil stark an das legendäre “Skinhead Doitschland”-Tape von 1984. Eine einzigartige Compilation von mehr oder weniger bekannten deutschen Glatzenbands der damaligen Zeit. Nichts anderes bieten uns heute, zwanzig Jahre später, die Leute vom STOLZ & STIL-Fanzine mit ihrem “Glatzenparty Doitschland”-Tape. Einen gelungenen Überblick über sechszehn Bands, die fast alle in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg zuhause sind. Wer sich also umfassend über die ostdeutsche Bandszene informieren möchte, kommt an diesem Tape nicht vorbei. Neunzig Minuten geile Musik (insg. 29 Songs) von Bands wie den EISENACHER JUNGS, den THEKENATHLETEN, den SPY KIDS, STREET PICS, BRACHIAL, BACHSTREET FIRM, SCHARMÜTZEL, KOPFSCHUSS, GERBENOK, SOCIAL DESCENT, LÖWENBOIS, KEINE ROIE, AUF EIGENE GEFAHR, NO PERSON CULT und DIE PUNKROIBER.

DEADLINE “Getting serious”
by “I used to fuck people like you in prison”-Records / Schäferstrasse 33a / 44 147 Dortmund / Germany

Nachdem ich mir die neue “Getting serious”-CD von DEADLINE reingezogen hatte, war ich doch ziemlich frustriert. Ich kann mit dem Album nicht viel anfangen. Natürlich habe ich nach ihrem grandiosen Debut-Album "More to it" und der "Back for more"-Scheibe (beides wahre Streetpunk-Kracher) ein weiteres Highlight erwartet. Aber das? Vielleicht haben mich DEADLINE zu sehr verwöhnt, aber im Gegensatz zu den ersten beiden Scheiben kommt das neue Album doch ziemlich steril und langweilig daher. Melodischer Streetpunk, recht schnell, recht hart, recht taff,- aber es wirkt alles wie gehabt, und irgendwo schon mal gehört! Du sitzt da und wartest, das irgend etwas passiert, dass vielleicht JETZT ein geiler Mitgröhlsong oder ‘ne herzergreifende Ballade kommt - aber nix. Am Ende sitzt du immer noch da und bist genau so schlau wie vorher. Und diesen Endruck vermag auch Liz, die smarte Sängerin dieser britischen Streetpunk-Band, nicht zu verwischen. Zumal ich das Gefühl habe, dass ihre Stimme auf diesem Album etwas zu “dünn” klingt. Das nervt! Ansonsten, und da bin ich mir sicher, wird auch diese DEADLINE-CD ihre Fans finden. Ob zu Recht oder Unrecht, wer weiss das schon? Ich nicht!

After i´ve heard the „Getting serious“ CD i´ve been frustrated. I can´t handle the new DEADLINE album in any way. Maybe I´ve expected to much after the debut “More to it” and “Back for more” (both absolutely streetpunkhighlights). But this? Compared to the first two releases, “Getting serious” sounds to clean. Melodic Streetpunk, quite fast, quite hard, quite tough..but everything was heard before. Even Liz, cool female vocalist of this british streetpunk-band, can´t wipe away my first impression. Further I think her voice is quite thin..and her voice sucks! Nevertheless, I think the new DEADLINE CD will be bought by lot´s of fans; deserved or not…who knows?!

AGNOSTIC FRONT: “Another voice” (2004)

Nach Jahren der Experimente und zahlreichen line-up-Wechsel, die mit Alben wie ”Something’s gotta give” (1988), “Riot! Riot! Upstart” (1999) und “Dead Yuppies” (2001) ihre mehr als zweifelhaften (OI!-Punk-)Spuren in der Discografie von AGNOSTIG FRONT hinterlassen haben, haben nun Frontman Roger Miret und seine Mannen mit “Another voice” ein Album rausgehauen, das nahtlos an die legendäre “One voice”-Scheibe von 1992, einem genialen Meilenstein in der Geschichte des New-York-City-Hardcore, anknüpfen könnte. “Wir wollten endlich wieder frische und heftige Musik machen”, erklärt Hardcore-Veteran Roger Miret in einem Interview mit dem Dortmunder ROCKHARD-Mag, “unsere Vergangenheit wiederbeleben”. Und das ist ihnen gelungen. Back to the roots! Und so holzen und wüten sich die Jungs von AGNOSTIC FRONT im schnörkellosen New Yorker old-school-hardcore-style durch vierzehn Kracher, die es in sich haben. Brutal schwere Riffs oder “Alle-shouten-mit”-Refrains...holly shit, da bleibt kein Auge trocken.

After years of musical experiments, line up changes and records like “Something´s gonna give” (1988), “Riot! Riot! Upstart” (1999) and “Dead Yuppies” (2001) with a doubtful (Oi-Punk) appeal, Roger Miret and Co. released “Another Voice” that is in tradition with the “One Voice” classic (1992); a milestone in NYHC-History. “We wanted to do fresh an heavy music; rejuvenate our past.” Is Miret´s explanation in an interview with ROCK HARD Magazine. Hell yeah and they made it! Back to the roots! So there´re 14 brutal attacks, heavy riffs and “let´s shout together”choruses, you´ll be satisfied!

7ER JUNGS: "Skinheads will never run from you"

Newcomer 2004 unter den deutschen Skinhead-Bands sind für mich, und das ohne jeden Zweifel, die 7ER JUNGS aus Porz am deutschen Rhein. Drei kurzhaarige Recken, die sich mit ihrer Band dem guten alten Skinhead-Rock’n’Roll verschrieben haben. Ein sehr gewagtes Unterfangen, würd’ ich mal sagen, das jedoch auf ihrer Promo-CD mit den gecoverten Songs von OPPRESSED (“We’re the hooligans”) und COMBAT 84 (“Poser” und “Combat 84”) exzellent umgesetzt worden ist. Ohne dass die Porzer JUNGS ihre Identität und Wurzeln verleugnet hätten. Im Gegenteil! Das zeigen so starke Songs wie “We salute the skinheads” oder “Stiefel im Gesicht”. Die 7ER JUNGS haben mich überzeugt. Man wird sie im Auge behalten müssen!

 

EUROPEAN HARDCORE ATTAKK-CD-Sampler
by “Street Justice Records” / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

Massimo vom Voice of the Streets-Zine: “Diese 3way Split Cd teilen sich die Niederländer von BACKFIRE! die Dänen von BARCODE und die mir unbekannten STREET MACHINE aus der Tschechei. Hier wird losgeknüppelt was die Instrumente hergeben und das in bester oldschool HC Manier. Die BF! präsentieren hier ihre längst ausverkaufte MCD „Choose my own path“ noch mal und zwar enthält die ihren eigenen Song „Choose my own path“ und da sie schon immer eine coverfreudige Truppe waren, gibt es von ihnen noch ihre Version von „Wound Up“ (WARZONE), „You´re only young once“ (SIDE BY SIDE), „Don´t thread on me“ (CRO-MAGS) und „Fight till death“ (SLAYER) zu hören. Das ganze mit dem Qualitätssiegel „Made by BACKFIRE!“ versehen. Abklatschen…BARCODE steigen nun in den Ring und von ihnen gibt es 6 unveröffentlichte Tracks zu hören, die auf ihrem nächsten Album oben seien werden, welches, man und höre und staune, auf Nuclear Blast erscheinen wird. Nach den AGNOSTIC FRONT, die zweite reine Hardcore Band also die von diesen führenden Metal Label veröffentlicht wird. Musikalisch beschreiten sie aber nach wie vor gewohnte oldschool HC Pfade mit ein paar Metal Einflüssen hier und da, die aber keineswegs stören. Ich muss sogar sagen, dass sie für mich die Gewinner dieser Split Cd sind, einfach nur geil! Geil ist auch das richtige Stichwort zur Beschreibung ihres Tracks „Padre Siffredi“ (hehe ihr wisst was ich meine…).STREET MACHINE aus der Tschechei wissen wie es scheint auch wie man schnörkellosen Hardcore der besseren Sorte produziert, auch wenn die Produktion nicht die Güte wie bei den beiden Vorgängerbands hat. Sie klingen irgendwie wie die tschechischen MADBALL und mit diesem Vergleich wären die Jungs sicher auch mehr als glücklich, würde ich mal schätzen! Das Beste kommt aber zum Schluss und zwar in Form eines 4:37 Min. Tracks der BARCODE „Snowsoaker“ (neu eingespielt und unveröffentlicht). Bei diesem Song passt einfach alles, die Breaks, die Backvocals und die Länge, jede Sekunde des Songs trägt zu dessen Hitfaktor bei…man hab ich mir diesen Song oft gegeben, genauso wie auch die gesamte Cd noch einige unzählige Runden in meinem Cd - Player drehen wird!”

This 3-way Split Cd, is shared by well known BACKFIRE! (from the Netherlands), the danish Horde BARCODE and STREET MACHINE, I don´t know them yet, from the Czech Republic. This is best oldschool Hardcoretradition; fast, hard and loud. BF! presenting their sold-out MCD "Choose my own path" once again. This MCD contains one own song "Choose my own path" and 4 Covertunes. "Wound up" (WARZONE), "You´re only young once" (SIDE BY SIDE), "Don´t thread on me" (CRO-MAGS) and "Fight till death" (SLAYER). All songs played like: "Made by BACKFIRE!" Ok, next Tag Team… BARCODE entering the Arena. They ´re presenting 6(!) unreleased Tracks, which will appear on the next full-length album…it will be released by Nuclear Blast! The second true HC-Band on this leading metallabel…remember AGNOSTIC FRONT. But hey, don´t be afraid, they still play the wellknown HC combined with some metalinfluences. I have to say, BARCODE is the winning band on this Split-Cd, they rule! Just listen to a song like "Padre Siffredi" (hehehe you´ll know then…) The third band STREET MACHINE; they also know how to make HC! Good straight music, although the production isn´t as powerfull as the first two band´s offer…a wall of brutality. STREET MACHINE sound like the czech-MADBALL, I think they can live with this. But…the best at the end…BARCODE presents a 4:37min Song called "Snowsoaker" (new recorded and unreleased). This is it! This is the new pattern for HC! Everything fits…the Vocals, the backingvocals, the breaks,every fuckin´second makes this song a hit! I´ve heard this song countless times…like the whole cd did and will do!

POTRES (Serbien) “El Grande”
(by NORDISC-RECORDS/NL)

Eine Band aus Serbien?...Oi/Punk vom Balkan? Na, das kann ja spassig werden, dachte ich, und das ziemlich skeptisch, als ich die neue POTRES-CD “El grande” in den Player legte. Schliesslich hat ein vorurteilsfreier westeuropäischer “Bildungsbürger” wie ich, wenn er an den Balkan oder Serbien denkt, doch nur Milosevic, Krieg, Massaker - oder die “Serbische Schlachtplatte” vom Jugoslawen im Kopf. Aber doch keinen Punkrock! Deshalb habe ich beim ersten Stück auch gar nicht so richtig hingehört, aber schon beim zweiten Track schlackerte ich überrascht mit den Ohren, denn was da in meine Gehörgänge drang, war ultrageiler melodischer Punk-Rock (mit starken Oi-Einflüssen) vom Allerfeinsten. The old style...cool! Nach dem dritten Track hatte ich bereits vergessen, dass die Jungs auf “Serbokroatisch” singen. Nach dem vierten Stück hatten mich POTRES (Interview usw. auf der NEWS-Seite) endgültig überzeugt: Es gibt Oi/Punk auf dem Balkan - und zwar saugeilen !

A Band from Serbia? Oi/Punk from Balkan? Could be funny, I thought…very skeptical indeed…as I placed the new album of PODRES “El grande” in my cd-player. Well, I for myself as an prejudicefree “western European educated”, got pictures of Milosevic, War, Genocide, Massacres or the “Serbian Slaughterplate” in serbic restaurants, in my head..but Punkrock?! Because of this, the opener played beside doing other things and I don´t even recognized him but after the second songs started, in my ears was a big alert! Wonderful, melodic Punkrock (lot´s of Oi influences)..thumbs up! The old style! After three songs I didn´t even recognized, the gus were singing in Serbian. The fourth´ song caught me and made my decision: There is Oi/Punk from the Balkan - fuckin´good Oi/Punk!!!

“DRUNK’N’PUNK IN BRABANT”-LP-Sampler (Vinyl)
by “Street Justice Records” / P.O.Box 16 03 62 / 44333 Dortmund / Germany

Das Dortmunder Label STREET JUSTICE RECORDS hat mit diesem völlig genialen (auf 500 Exemplare limitierten) OI!/Punk/Streetcore-Sampler wohl ’ne Art LP des Jahres abgeliefert; das Songmaterial besitzt in dieser Zusammenstellung ein Level, wie man es schon lange nicht mehr gehört hat! In die Schlacht ziehen DISCIPLINE, BADLANDS, RAZORBLADE, SQUALOR, GET OUT, OFFSIDE; GECKO BROTHERS, SOUTHERN WAY, TECH 9, KNOCKDOWN, BANNER OF THUGS und INTOXICATED. Irgendwelche Ausfälle gibt’s auf dieser Scheibe nicht, daher zitiere ich hier mal ausschließlich meine persönlichen Highlights. Los geht’s mit den Maniacs von DISCIPLINE, welche ja bereits auf diesem Sektor einen grösseren Bekanntheitsgrad erreicht haben, und dem Track „Adrenaline“. Ein brachiales Opening-Riff und Du weißt sofort: These guys walk it like they talk it! Die rauhen Vocals, knallharte Rhythmus-Gitarren, der absolut straighte, nach vorn treibende Beat und die alles killenden Harmonien (versehen mit einer verdammt druckvollen Produktion) unterstreichen die Ambitionen der Band zu 100%! Thumbs up, dudes! An die späte Ära zu „Love songs for the unloved“-Zeiten Sheer Terror’s erinnernd, ballern RAZORBLADE drei Trax durch die Boxen (u. a. mit sehr geilem business-Covertune!), wobei die Vocals verflucht nahe an Paul Bearer ’rankommen, was ja mal auf jeden Fall ’ne erstklassige Referenz darstellt! Eine blanke Kopie der einstigen Hatecore-Kings ist diese Crew aber definitiv nicht. Trotzdem, wer die Attitude von Bearer’s Ex-band vermisst, könnte mit RAZORBLADE neue Faves finden. SQUALOR gehen ebenfalls tough und gradlinig zur Sache, die zwei Songs sollten Dauerbrenner bei entsprechenden Events werden. Cool! „Skinhead Anthem“ von OFFSIDE klingt ziemlich dreckig, Gitarren fräsen mit ordentlich Power und stellt einen der zahlreichen Höhepunkte der Platte dar! Klasse, daß sich die Band wieder zusammengerauft hat, wo bleibt das Album !?!? Motörhead (der ganz frühen 80’er Jahre!) scheinen Pate für die GECKO BROTHERS gestanden zu haben. Deren urwüchsige Power sollte damit auch Fans von Mr. Kilmister & Co. zu begeistern wissen. Auffallend auch hier ist die Hammer-Produktion, die den Speed erst richtig durch die Speaker peitscht. SOUTHERN WAY verarbeiten das alte George A. Romero Zitat in einem mitreissenden Chorus, textmässig geht’s ehr in die Misfits-Ecke. BANNER OF THUGS schliesslich entfachen den Flächenbrand! Hölle! „Homeland“ beginnt mit einem grandios-atmosphärischen Intro, um sich kurz darauf in eine mörderische up-tempo Nummer mit brutalem Drive und wirklich ALLES wegblasenden Guitarleads zu steigern! Wut, Verzweifelung, Stolz und der unbändige Wille sich hier selbst ein Denkmal zu setzen, schreiben BANNER OF THUGS Riffs und Arrangements für die Ewigkeit. Was für eine Band! Sollte sie tatsächlich in der Lage sein, dieses High-Energy-Level auf einer kompletten LP/CD zu halten, sollte damit eine der besten Scheiben aller Zeiten in’s Haus steh’n. Up the irons! Fazit: Absolute Kaufempfehlung! Wer sich in ein paar Jahren beschwert, dass die Scheibe nirgendwo mehr aufzutreiben ist, hat selbst Schuld! Support the real thing ... NOW!